11:16 05 August 2020
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    Ein Mangel an sozialen Kontakten scheint mit vermehrten Entzündungsreaktionen im Organismus einherzugehen. Auch gefühlte Einsamkeit beeinflusst den Körper negativ – allerdings anders als die tatsächliche Isoliertheit von den Menschen. Die Ergebnisse einer Meta-Analyse der britischen Forscher wurden im Fachmagazin „ScienceDirect“ veröffentlicht.

    „Einsamkeit und soziale Isolation erhöhen das Risiko für einen schlechteren Gesundheitszustand. Forscher vermuten, dass sie unter anderem die Entzündungsreaktionen des Körpers beeinflussen“, erklärt Kimberley Smith von der University of Surrey (Guildford).

    Um herauszufinden, ob das stimmt oder nicht, werteten Forscher für ihre Meta-Analyse 14 Studien aus, die sich mit den Folgen von Einsamkeit bei Jugendlichen und Erwachsenen ab einem Alter von 16 Jahren befasst hatten. Bei weiteren 16 Untersuchungen ging es um die soziale Isolation – eine objektive Abgeschiedenheit von anderen Menschen.

    Das Team ist zu dem Schluss gekommen, dass die Einsamkeit und die Isolation voneinander zu unterscheiden seien. Wenn sich die soziale Isolation messbar auf Vorgänge im Körper auszuwirken scheine, so sei bei der Einsamkeit die Verbindung zur Entzündung weniger offensichtlich. Anhand der früheren Erkenntnisse vermuten die Forscher, dass dieses Gefühl womöglich die Reaktion des Entzündungssystems auf Stress verändert.

    Bei Männern besonders deutlich

    Die Verbindung zwischen der sozialen Isoliertheit und den körperlichen Entzündungszeichen seien bei Männern erstaunlicherweise deutlicher als bei Frauen, berichteten die Wissenschaftler weiter. Die Hintergründe sind ihnen zufolge noch unklar. Allerdings ist aus früheren Studien bereits bekannt, dass Männer und Frauen unterschiedlich auf soziale Stressfaktoren reagieren.

    „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass soziale Isolation und Einsamkeit mit systemischen Entzündungen zusammenhängen könnten“, schreibt das Team. „Dies ist ein erster wichtiger Schritt, um den Einfluss dieser Zustände auf die Gesundheit zu verstehen“, ergänzt Mitautorin Christina Victor von der Brunel University London.

    Nun seien weitere Studien erforderlich, um die beobachteten Zusammenhänge zu bestätigen und die zugrundeliegenden Mechanismen zu entschlüsseln. „Wie sich gezeigt hat, ist es dabei sehr wichtig, Einsamkeit und Isolation voneinander zu unterscheiden und nicht gemeinsam oder gar als dasselbe zu betrachten“, resümiert Victor. 

    pd/mt

     

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    Tags:
    Mangel, Organismus, Analyse, Isolation, Risiko, Untersuchungen, Einsamkeit