21:29 03 Juni 2020
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    Biologische Experimente im Weltall, Klimaforschung aus großer Distanz und Tests neuer Technologien unter Extrembedinungen. Für solche Versuche hat die ESA seit neustem die Außenplattform „Bartolomeo“ an der Internationalen Raumstation (ISS) installiert.

    Das Besondere an der Plattform: Sie richtet sich an Firmen und Institute, die für den Service zahlen.

    Die Internationale Raumstation (ISS) ist nicht nur ein einzigartiges Beispiel für internationale Zusammenarbeit im Kosmos. Mit Kosten von über drei Milliarden Euro im Jahr schlägt sie für alle beteiligten nationalen Raumfahrtagenturen auch merklich zu Buche. Deswegen gibt es unterschiedliche Ansätze, die ISS teilweise zu kommerzialisieren.

    Am augenscheinlichsten sind dabei die Pläne von Roskosmos und Nasa, Weltraumtouristen den Aufenthalt auf der Raumstation zu ermöglichen. Daneben gibt es aber auch allerhand wissenschaftliche Einrichtungen und Firmen, die Experimente und Tests im Weltall durchführen wollen. Auch diesen wird im Zuge der Kommerzialisierung ein Zugang zur ISS eröffnet. So startete am Samstag die Außenplattform „Bartolomeo“ der Europäischen Weltraumagentur (ESA) zur ISS, die einzig für kommerzielle Experimente am Columbus-Modul der ESA angebracht wird. Sputnik hat über „Bartolomeo“ mit Volker Schmid gesprochen.

    „Die ESA hat seit dem Jahr 2015 30 Prozent der ESA-ISS-Ressourcen für kommerzielle und nationale Beistellungen bereitgestellt. Ziel ist die Steigerung der kommerziellen ISS-Nutzung und eine Erweiterung auf die non-Space Industrie“, erklärt Volker Schmid gegenüber Sputnik.

    Schmid ist Teamleiter ISS und Missionsmanager beim Raumfahrtmanagement im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn.

    Das Besondere an „Bartolomeo“: Die Außenplattform ermöglicht kommerzielle Experimente an der Außenseite der ISS, also unter Weltraumbedingungen. „Bartolomeo eignet sich vor allem für Technologieerprobung, Strahlenbiologie, Atmosphärenforschung und vieles andere mehr“, erklärt Schmid. Deshalb gebe es auch schon einige Interessenten sowohl von kommerziellen als auch institutionellen Nutzern.

    Ein weiteres Merkmal: Obwohl die Experimente außerhalb der ISS im Weltraum stattfinden, müssen keine Weltraumspaziergänge unternommen werden, um diese anzubringen.

    „Die Plattform soll robotisch von der ISS aus installiert werden. Ein Außenbordeinsatz ist für die Verkabelung und die Stromanschlüsse notwendig“, erläutert Schmid. „Die Nutzlasten sollen später ebenfalls robotisch von der ISS aus angebracht oder ausgetauscht werden. Diese sollen entweder direkt aus der Nutzlastbucht der Transportfahrzeuge oder über die westlichen Nutzlastluftschleusen entnommen werden.“

    Gebaut wurde die Plattform von Airbus in Bremen und vom Göttinger DLR-Institut für Aeroelastik getestet. Ins All transportiert wurde sie mit einer Dragon-Raumkapsel des Weltraumunternehmens SpaceX. „Airbus ist bei der Finanzierung der Plattform mit ca. 40 Mio. Euro in Vorleistung gegangen und trägt auch den Anteil der Startkosten“, bemerkt Schmid dazu.

    Im Rahmen dieser Kommerzialisierung ist 2018 bereits die „ICE-Cubes-Anlage“ im Columbus-Labor installiert worden, in der allerdings nur Forschungsobjekte Platz finden, die ein Volumen von zehn Kubikzentimeter nicht übersteigen. Auch „Bartolomeo“ sei ein Vorschlag im Rahmen der Kommerzialisierungspläne gewesen und sei zudem in den letzten 15 Jahren schon mehrfach diskutiert worden.

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    Tags:
    Internationale Raumstation ISS, Weltraumforschung, Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), ESA, SpaceX