01:13 03 April 2020
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    Coronavirus-Ausbruch: Aktuelle Entwicklungen zur neuartigen Lungenkrankheit (198)
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    Angesichts der weltweiten Suche nach Medikamenten gegen das Coronavirus bahnt sich Medien zufolge ein deutsch-amerikanisches Tauziehen um die Tübinger Firma CureVac an. Das Unternehmen lehnte am Sonntag Behauptungen über Vorschläge zum Erwerben von CureVac oder dessen Technologien ab.

    Die Zeitung „Welt am Sonntag“ will aus deutschen Regierungskreisen erfahren haben, dass der US-Präsident Donald Trump allem Anschein nach versuche, „deutsche Wissenschaftler, die an einem potenziellen Corona-Impfstoff arbeiten, mit hohen finanziellen Zuwendungen nach Amerika zu locken beziehungsweise das Medikament exklusiv für sein Land zu sichern“.

    Bei „deutschen Wissenschaftlern“ handelt es sich dem Blatt zufolge um die Firma CureVac. Das in Tübingen ansässige Unternehmen hat eine Filiale in Frankfurt und Boston (US-Bundesstaat Massachusetts).

    Kommentar von CureVac

    CureVac bestätigte in einem Statement vom Sonntag, die Bemühungen der Firma konzentrierten sich auf der Entwicklung des Coronavirus-Impfstoffs.

    „(...) Das Unternehmen ist vor allem mit CEPI im Kontakt sowie mit vielen anderen Organisationen und Behörden weltweit, wird aber zu Spekulationen keine Stellung nehmen und lehnt Behauptungen über Vorschläge zum Erwerben der Firma oder ihrer Technologien ab.“

    CEPI steht für „Coalition for Epidemic Preparedness Innovations“ (dt. etwa „Koalition für Innovationen zur Bereitschaft bei neuen Epidemien“). Bei der Organisation handelt es sich um eine weltweite Allianz zwischen Regierungen, der Weltgesundheitsorganiation (WHO), der EU-Kommission, Forschungseinrichtungen, der Impfstoff-Industrie und privater Geldgeber, u.a. der Bill & Melinda Gates Foundation. CEPI geht es um den Aufbau eines Forschungsnetzwerks zur Erforschung und Entwicklung neuer Impfstoffe zur besseren und direkteren Reaktion auf eventuell bevorstehende Ausbrüche neuer viraler Infekte.

    Deutsche Regierung

    Man sei mit CureVac in Kontakt, bestätigten sowohl Sprecher des Forschungs- als auch des Gesundheitsministeriums. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums weigerte sich am Sonntag, die mutmaßlichen Übernahmeinteressen an CureVac zu kommentieren.

    Die Amtssprecherin verwies aber auf das Außenwirtschaftsrecht. Danach hat die Bundesregierung die Möglichkeit, Übernahmen aus Drittstaaten zu prüfen, „wenn es um nationale oder europäische Sicherheitsinteressen geht“.

    Coronavirus

    Die chinesischen Behörden hatten am 31. Dezember 2019 die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über den Ausbruch einer Lungenkrankheit mit unbekannter Ursache in der Stadt Wuhan in der Provinz Hubei informiert. Als Krankheitserreger wurde ein neuartiges Virus identifiziert. Das Virus löst eine Lungenkrankheit aus, die die Bezeichnung Covid-19 bekommen hat.

    Nach jüngsten Angaben wurde das Virus SARS-CoV-2 weltweit bei mehr als 156.000 Menschen nachgewiesen, 5833 Fälle endeten tödlich. Am stärksten betroffen sind China, Südkorea, Italien und der Iran.

    mo/mt/rtr

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    Coronavirus, USA, Deutschland