10:45 09 April 2020
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    Eine Verringerung der Zahl von Flügen und Autofahrten vor dem Hintergrund der COVID-19-Epidemie und eine damit verbundene CO2-Reduktion werden den globalen Klimawandel nicht verlangsamen. Dies erklärte Alexej Kokorin, Leiter des Klima- und Energieprogramms des World Wildlife Fund (WWF) Russland, gegenüber der Agentur RIA Novosti am Mittwoch.

    „Aus klimatischer Sicht haben das Coronavirus und die daraus resultierenden Einschränkungen keinen Einfluss auf das Klima. Das Klimasystem reagiert auf die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre. Die Konzentration wird über 30 Jahre bestimmt, daher bedeutet eine geringfügige Abnahme des Ausstoßes von Treibhausgasen in die Atmosphäre derzeit so gut wie nichts. Wir müssen dies für 30 Jahre oder sogar 50 Jahre mitteln“, sagte Kokorin.

    Wenn die Menschen jetzt weniger Flüge unternehmen, würden sie das in ein oder zwei Jahren häufiger machen, hieß es weiter. Wenn der Flug- und Autoverkehr weniger intensiv werde, bleibe die Energieerzeugung doch auf dem gleichen Stand, was auch für die CO2- Emissionen gelte, so der Experte.

    Laut Kokorin werden die Folgen der Coronavirus-Epidemie für die Einführung neuer „grüner“ Technologien negativ sein. Dabei gehe es unter anderen um eine Zunahme der Anzahl von Kraftwerken, die mit erneuerbaren Energiequellen betrieben werden.

    Zuvor hatten einzelne Forschungsinstitute eine Reduktion der CO2-Emissionen infolge der Verringerung der Anzahl von Flügen in den USA, China und Europa sowie der Reduktion des Autoverkehrs in den Städten vor dem Hintergrund der Corona-Quarantäne berechnet. Die Wissenschaftler haben eine Zahl von etwa 200 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr angegeben, die nicht in die Atmosphäre gelangen werden. Mittlerweile belaufen sich die CO2-Emissionen in der Welt pro Jahr auf 54 Milliarden Tonnen.

    pd/sb

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    Tags:
    Russland, World Wildlife Fund (WWF), Klimaerwärmung, Klimawandel, Coronavirus