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    Solange es keinen Impfstoff gegen die Lungenkrankheit Covid-19 gibt, ist Hygiene zur Vorbeugung der Corona-Ausbreitung am wichtigsten. Es empfiehlt sich deshalb, die Hände nach dem Besuch von öffentlichen Orten, nach Fahrten in öffentlicher Verkehr, nach dem Berühren von Türklinken, Geldscheinen, vor dem Essen und Kochen gründlich zu waschen.

    Um sicher zu gehen, dass die Hände virenfrei sind, stellt sich die Frage: mit Seife oder Desinfektionsmittel?

    Mit was sollten die Hände behandelt werden?

    Die Pharma-Industrie hat zwar ein großes Angebot an Desinfektionsmitteln, Forscher meinen allerdings, dass Seife und warmes Wasser am wirksamsten seien. Nach Angaben des Center for Disease Control and Prevention (CDC) des US-Gesundheitsministeriums sollen Desinfektionsmittel erst dann genutzt werden, wenn keine Möglichkeit für Händewaschen vorhanden ist.

    Wie Seife das Coronavirus tötet

    Sars-CoV-2 ist ein einzelsträngiges RNA-Virus. Der Strang der Ribonukleinsäure ist in einer Proteinhülle verpackt. Das Kapsid - eine aus Proteinbausteinen bestehende Struktur, die das Genom des Virus umgibt, ist mit zwei Schichten Lipide umhüllt; das sind Fette und fettähnliche Stoffe. Diese Proteinbausteine auf der Virushülle sehen unter dem Mikroskop aus wie viele kleine Krönchen (Corona).

    Seife zerstört die Lipide-Hülle, das Virus löst sich im Wasser auf. Selbst pathogene Teilchen, die unversehrt bleiben, werden durch die Seife von der Haut getrennt – sie werden mit Schaum leicht abgewaschen.

    Richtig Hände waschen

    Je wärmer das Wasser ist, desto besser. Man braucht keine spezielle Seife – Haushalts- bzw. antibakterielle Seife. Jede Seife ist dafür geeignet. Am wichtigsten ist der Schaum, mit dem das Virus abfließt.

    Es dauert ein wenig, damit Seife die Virushülle zerstört – mindestens 20 Sekunden. Der Schaum muss die Hände völlig bedecken, darunter Handgelenk und Rückseite der Hand. Der Schaum muss zwischen den Fingern und unter die Nägel gelangen.

    Wenn es keine Seife und kein Wasser gibt

    In diesem Fall empfehlen Experten Desinfektionsmittel bzw. antiseptische Mittel auf Basis von Ethanol – einfacher Spiritus, der SARS-CoV-2 innerhalb von rund 30 Sekunden tötet. Deswegen sollte man die Hände nicht unmittelbar nach dem Verreiben mit dem Desinfektionsmittel mit dem Handtuch abtrocknen. Die Technik ist ähnlich wie bei der Seife.

    Laut Wissenschaftlern muss der Ethanol-Gehalt bei Desinfektionsmitteln mindestens 70 Prozent sein. Die CDC-Kriterien sind etwas niedriger – 60 Prozent.

    Studien zufolge schwächen Fett und Schmutz die Wirkung von Desinfektionsmitteln, weshalb besser zuvor die Hände mit Seife gewaschen werden sollten. Zudem sollte man Desinfektionsmittel nicht zu oft benutzen – im Unterschied zur Seife machen sie die Haut rissig und damit empfindlicher gegenüber dem Virus.

    Selbst machen

    Auf der WHO-Webseite ist eine Anleitung zur selbstständigen Herstellung von Desinfektionsmitteln zu finden – 80 Prozent Ethanol bzw. 75 Prozent Isopropanol mit Zusatz von 1,45 Prozent Glycerin und 0,125 Prozent Hydroperoxid.
    Spiritus und Hydroperoxid schützen vor der Infektion, Glycerin befeuchtet die Haut. Es eignen sich auch andere Mittel wie Aloe vera.

    Feuchttücher

    Falls keine Desinfektionsmittel vorhanden sind, können auch alkoholhaltige Tücher behilflich sein. Antibakterielle Tücher auf Basis von Benzalkoniumchlorid sind gegen SARS-CoV-2 laut Forschern hingegen sinnlos.

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    Tags:
    Desinfektion, Bekämpfung, Coronavirus, Seife