17:29 26 November 2020
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    Russische Wissenschaftler haben zusammen mit ihren Kollegen aus Deutschland und Frankreich einen der Mechanismen der Antibiotikaresistenz des Bakteriums Staphylococcus aureus entschlüsselt, das zahlreiche Infektionskrankheiten verursacht. Die Ergebnisse ihrer Arbeit sind in der Zeitschrift "Nature Communications" veröffentlicht worden.

    Die veröffentlichte Studie war das Ergebnis einer fünfjährigen Zusammenarbeit zwischen der Kasaner Föderalen Universität (KFU), dem Institut für Protein der Russischen Akademie der Wissenschaften, der Universität Stuttgart sowie dem Straßburger Institut für Genetik, Molekular- und Zellbiologie. 2016 beschrieb das Forscher-Team als erstes die Struktur des Ribosoms von Staphylococcus aureus vollständig und verglich diese mit anderen Organismen. Nun gelang es den Wissenschaftlern, einen der Mechanismen von Stressresistenz dieser gefährlichen Bakterien zu entdecken, was laut den Autoren dieser Studie zur Entwicklung neuer wirksamer Antibiotika beitragen würde.

    „Das Ribosom ist der größte ribonukleäre Komplex der Zelle und besteht aus zwei Untereinheiten: einer großen und einer kleinen. Die kleine Untereinheit ist für das Lesen des genetischen Codes verantwortlich, und die Funktion der großen Untereinheit besteht darin, die Bildung der Peptidbindung in der wachsenden Kette des Proteins sicherzustellen“, sagte  Konstantin Ussatschjow, ein Mitglied des Forscher-Teams.

    Die Wissenschaftler haben den Überlebensmechanismus von Bakterienzellen während des Stresses beschrieben, wenn sie in den Energiesparmodus wechseln, um das Ende widriger Bedingungen abzuwarten.

    „In unserem Artikel konnten wir mithilfe von Kryoelektronenmikroskopie und Röntgenbeugungsmethoden den Ribosomenbindungsmechanismus des RsfS-Proteins zeigen, das Staphylococcus aureus vor Stress schützt - vor Antibiotika, Fieber und Immunität des Wirts“, betonte Usatschjow.

    Zurzeit beschäftigen sich die Wissenschaftler mit der Untersuchung von Proteinen, die die Aktivität des Pathogen-Ribosoms steuern können. Dabei werden die Methoden der Genetik, Biochemie, Molekularbiologie und Biophysik verwendet. Den Forschern zufolge ist das notwendig, um Arzneimittel herzustellen, die Stämme pathogener Bakterien, einschließlich Staphylococcus aureus, besiegen können. Momentan sind diese Bakterien gegen alle vorhandenen Antibiotika resistent.

    ac/mt

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    Tags:
    Zellen, Antibiotika, Bakterien, Studie, Frankreich, Deutschland, Russland