18:21 29 November 2020
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    Die Russische militärhistorische Gesellschaft hat auf ihrer Webseite anlässlich des 75. Jahrestages der Berliner strategischen Angriffsoperation der Roten Armee wertvolle Dokumente veröffentlicht, die Aufschluss über die damaligen Ereignisse, darunter auch den Sturm auf den Reichstag, geben.

    „Diese Dokumente sind für ein breites Publikum – von Wissenschaftlern bis zu den jüngsten Internetnutzern – bestimmt. Es kommt vor allem darauf an, dass die junge Generation der Russen und der Europäer diese Dokumente lesen kann. Der Mut und das Heldentum der Soldaten und Offiziere der Roten Armee während der Erstürmung Berlins, der Höhle des nazistischen Tieres, wie man damals sagte, dürfen nicht in Vergessenheit geraten, und die Dokumente sind ewige Zeugnisse ihrer Heldentat“, sagte der wissenschaftliche Direktor der Gesellschaft, Michail Mjagkow.

    Bei den vorliegenden Dokumenten handelt es sich um Gefechtsmeldungen, Landkarten, Beschlüsse und Unterschriften von Vertretern der sowjetischen Militärführung – von Divisionskommandeuren bis zum Obersten Befehlshaber.

    Dazu gehört der Bericht des Kommandeurs der 150. Schützendivision, Generalmajor Schatilow, an den Kommandeur des 79. Schützencorps über die Schlacht um den Reichstag.

    „Der Plan der Operation war für den nächsten Tag festgelegt: Das 674. Schützenregiment und das 756. Schützenregiment säubern in der Nacht zum 30.4.45 die Viertel des Innenministeriums vom Gegner. Sie ziehen in den Raum des am Reichstag anliegenden Parks ein und besetzen gegen Morgen den Reichstag. Beginn der Operation um 4.30 Uhr am 30.4.45“, schrieb Schatilow. 

    Demnach wurde das Gebäude des Innenministeriums am 30. April 1945 gegen neun Uhr Ortszeit in einem schweren Gefecht vom Feind gesäubert. Die Verbände kämpften sich in südöstlicher Richtung vor und rückten in unmittelbare Nähe der West- und der Südfassade des Reichstages vor. Nachdem Artillerie, Mörser, Panzer und fahrbare Geschütze herangezogen worden waren, griffen die sowjetischen Kampfeinheiten die Stellungen der Hitlerarmee vor dem Reichstagsgebäude an.

    Siegesfahne über dem Reichstag

    Ferner wird über den Höhepunkt des Sturms auf den Reichstag berichtet. Ihm zufolge „hissten Angehörige des 756. Schützenregiments am 30.04.45 um 13.45 Uhr im ersten Geschoss des südwestlichen Teils des Reichstages die Flagge (der Armee Nummer 5) und Angehörige des 674. Schützenregiments um 14.25 Uhr am 30.04.45 im nördlichen Teil der Westfassade des Gebäudes die Fahne (des Regiments)“ schrieb Schatilow. Die Befreiung des Reichstages vom Gegner war im Großen und Ganzen gegen 22.00 Uhr Ortszeit am 30. April abgeschlossen. 

    Gerade am Abend des 3. April wurde über dem Dach des Reichstagsgebäudes die Kampffahne der 150. Schützendivision gehisst, die zur Siegesfahne und dem offiziellen Symbol des Sieges des sowjetischen Volkes im Großen Vaterländischen Krieg wurde. Die Fahne wurde von dem Soldaten Michail Jegorow, von Unteroffizier Meliton Kantarija und Unterleutnant Alexej Berest aufgezogen.

    Über das Schicksal der Siegesfahne in den darauffolgenden Tagen berichtete der Kommandeur des 79. Schützencorps, Generalmajor Semjon Perewetkin, dem Militärrat der 3. Angriffsarmee. „Auf meinen persönlichen Befehl hin wurde die am 30. April 1945 von der 150 Schützendivision über dem Reichstagsgebäude gehisste Rote Fahne abgenommen. Ich habe befohlen, statt der Fahne ein rotes Banner aufzuziehen“, schrieb Perewertkin.

    „Ich befahl, die Fahne, die am 30.4.45 über dem Reichstag gehisst wurde, aufzubewahren, und ich bitte, einen Antrag an den Marschall der Sowjetunion, Schukow, zu stellen, damit eine Delegation der 1. Weißrussischen Front, der 3. Angriffsarmee und des 79. Schützencorps diese Siegesfahne unserem großen Staatschef und geliebten Marschall Iossif Wissarionowitsch Stalin im Kreml oder an einem anderen Ort übergibt“, fügte der General hinzu.

    ls/sb

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