17:11 18 September 2020
SNA Radio
    Wissen
    Zum Kurzlink
    811611
    Abonnieren

    Zumindest aus menschlicher Sicht ist unsere Erde vor Millionen Jahren kein gastfreundlicher Ort gewesen. Laut moderner Forschung waren aber auch im Zeitalter der gigantischen Reptilien einige Gebiete auf unserem Planeten besonders gefährlich.

    Ein internationales Paläontologen-Team, das fossile Wirbeltiere in der sogenannten „Kem Kem-Gruppe“ – einem Gebiet im Südosten Marokkos mit Felsformationen aus der Kreidezeit – untersucht, gibt in einer Pressemitteilung der Portsmouth-Universität an, die uralte Sahara sei wohl das gefährlichste Ort auf der Erde gewesen.

    Grund dafür wäre die Abundanz brutaler Raubtiere gewesen, heißt es.

    „Es war wohl der gefährlichste Ort in der Geschichte des Planeten Erde, ein Ort, an dem ein menschlicher Zeitreisender nicht lange leben würde“, sagte Dr. Nizar Ibrahim, der leitende Autor der Studie.

    Laut den Forschern wies das betroffene Gebiet vor 100 Millionen Jahren ein riesiges Flusssystem auf, das von einer Vielzahl von Wasser- und Landtieren bevölkert wurde, darunter einige der größten bekannten Raubdinosaurier: Dazu zählten unter anderem der Säbelzahn-Carcharodontosaurus (über acht Meter lang, mit riesigen Kiefern und langen, gezackten Zähnen) und der Deltadromeus (ein etwa acht Meter langes Mitglied der Raptor-Familie mit langen, ungewöhnlich schlanken Hinterbeinen).

    Daneben waren in der Region „räuberische fliegende Reptilien (Flugsaurier)“ und „krokodilähnliche Jäger“ zu finden.

    Wie der Co-Autor der Studie, Professor David Martill, erklärte, waren viele dieser Raubtiere auf die Fülle an Fischen in der Region angewiesen, um sich zu ernähren.

    „Dieser Ort war mit absolut riesigen Fischen gefüllt, darunter gigantische Coelacanths und Lungenfische. Der damalige Coelacanth war zum Beispiel wahrscheinlich vier- oder sogar fünfmal so groß wie der heutige Coelacanth“, sagte er.

    „Es gab einen riesigen Süßwassersägenhai namens Onchopristis mit furchterregendsten rostralen Zähnen. Sie sind wie Stacheldolche, aber wunderschön glänzend.“

    Professor Martill beschrieb die Studie als „umfassendste Arbeit über fossile Wirbeltiere aus der Sahara seit fast einem Jahrhundert“ und betonte, wie wichtig es sei, „Licht in die alte Vergangenheit Afrikas zu bringen“.

    msch/sb/sna

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Fall Nawalny: Deutsche Eliten und „Ausdruck eines Niedergangs“ – Experte Fischer knallhart
    Fall Nawalny: Deutschland und OPCW weichen Antworten auf Russlands Fragen aus – Lawrow
    Nord Stream 2: Versorgungsschiff „Iwan Sidorenko“ kehrt nach Kaliningrad zurück
    Tags:
    Paläontologen, Dinosaurier