15:18 29 Oktober 2020
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    Geobotaniker aus Russland planen eine Studie über das Ökosystem der Wrangel-Insel im äußersten Osten des Landes, um die Auswirkungen des globalen Klimawandels in der Arktis für die kommenden Jahrzehnte vorhersagen zu können. Dies geht aus einer auf der Webseite des Naturschutzgebiets „Wrangel-Insel“ veröffentlichten Mitteilung hervor.

    Mit Unterstützung des Ministeriums für Ökologie Russlands und des russischen WWF-Büros haben sich Dmitri Dobrynin, Chefspezialist für Fernerkundung der Erde vom Zentrum für Meeresforschung der Moskauer Lomonossow-Universität, und Oksana Suchowa, leitende Ingenieurin des Naturwissenschaftlichen Instituts der Staatlichen Wissenschaftlichen Forschungsuniversität Perm (PGNIU) in der Region Ural, auf die Insel im Autonomen Kreis der Tschuktschen, Tschukotka, begeben.

    Die Forscher wollen drei Monate vor Ort arbeiten, hieß es in der Mitteilung. 

    „Der Hauptzweck ihrer Ankunft besteht darin, Daten zu sammeln, um ein Bild der natürlichen Komplexe der Wrangel-Insel zu erstellen, das anschließend als Informationsgrundlage für die Aufklärung der dynamischen Phänomene dienen wird, die sich in den Ökosystemen der Insel entwickeln. Die Mitarbeiter des Naturschutzgebiets beobachten seit mehr als einem Jahr Veränderungen der bei den Schneebedingungen, Überschwemmungen und der Vegetationsperiode. Häufiger kommen für südlichere Regionen typische Fischarten, zum Beispiel der Buckellachs, vor. Die Wissenschaftler werden versuchen, die Dynamik der laufenden Prozesse auf räumlicher Ebene zu bewerten“, verkündet das Naturschutzgebiet. 

    Der globale Klimawandel habe Auswirkungen für den Vegetationszustand, die Tierwelt, das Relief und lose Ablagerungen. Daher würden die Wissenschaftler die thermische Erosion und Bodenbewegungen beobachten, die Küstenzone untersuchen und Temperatursensoren zur Langzeitüberwachung des Mikroklimas platzieren.

    „All diese Daten werden dazu beitragen, die Veränderungen in der Arktis in den nächsten Jahrzehnten sehr genau vorherzusagen“, heißt es in der Mitteilung weiter.

    Die Wrangel-Insel liegt im Arktischen Ozean zwischen der Ostsibirischen See und dem Tschuktschen-Meer. Die Insel ist Teil des gleichnamigen Naturschutzgebiets und gehört zum Unesco-Weltkulturerbe.

    pd/sb/sna

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    Tags:
    Tschukotka, Forschung, Russland, Klimawandel, Arktis