12:51 25 Oktober 2020
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    Forscher haben die Ausbreitung der Pest im Jahr 542 im Byzantinischen Reich modelliert und sind zu dem Schluss gekommen, dass die Pandemie nicht so tödlich war wie bisher angenommen. Die Arbeit von Forschern der University of Maryland wurde im Fachmagazin „PLOS One“ veröffentlicht.

    Lauren White und Lee Mordechai haben mehrere mathematische Modelle für die Ausbreitung der Justinianischen Pest im Mittelmeerraum entwickelt. Die Pandemie ist nicht besonders gut dokumentiert, daher geben Historiker unterschiedliche Schätzungen ihres Ausmaßes an. Es gibt einen Gesichtspunkt, nach dem die Pest gleichmäßig im gesamten Mittelmeerraum verteilt war und in verschiedenen Teilen gleichermaßen zerstörerische Folgen hatte. So heißt es in einer Reihe von Dokumenten, dass in der byzantinischen Hauptstadt Konstantinopel mehr als die Hälfte der Stadtbevölkerung starb - etwa 300.000 Menschen bei einer Bevölkerungszahl von 500.000 Einwohnern.

    Bei der Erstellung von Modellen versuchten die Forscher, anhand moderner epidemiologischer Daten verschiedene Übertragungswege von Infektionen zu beschreiben. Infolgedessen stellte sich heraus, dass keines der Modelle die von den Zeitgenossen beschriebene Dynamik der Pandemie reproduziert hätte.

    Die Ergebnisse zeigten, dass die Ausbreitung der Pest nicht einheitlich sein konnte: Der Prozess hätte durch Unterschiede im Klima und in der Bevölkerungsdichte beeinflusst werden müssen. Dies widerlegte die „maximalistische Version“, nach der der Schaden der Justinianischen Pest gleichmäßig über das Mittelmeer verteilt war.

    ek/mt/sna

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    Tags:
    Mittelmeerraum, Ausbreitung, widerlegen, Mythos, Pandemie, Pest