06:26 31 Oktober 2020
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    Forscher der Northwestern University (USA, Bundesstaat Illinois) haben einen ernsthaften Zusammenhang zwischen der hohen Sterblichkeit durch das neue Coronavirus und dem Vitamin-D-Mangel entdeckt.

    Die Analyse von Statistiken aus verschiedenen Krankenhäusern auf mehreren Kontinenten ergab, dass Patienten aus Ländern mit hoher Covid-19-Sterblichkeit – wie zum Beispiel Italien, Spanien und Großbritannien - im Vergleich zu den Erkrankten aus den von der Pandemie weniger betroffenen Ländern einen verringerten Vitamin D-Spiegel aufwiesen.

    Forscher kommen zu den gleichen Schlüssen

    Andere Forscher kamen zuvor zu den gleichen Schlüssen – wie beispielsweise Wissenschaftler der Queen Elizabeth Hospital Foundation und der University of East Anglia (UEA). Ihre Beobachtungen beruhten auf einem Vergleich des durchschnittlichen Vitamin-D-Spiegels im Blut von Bewohnern von zwanzig europäischen Ländern.

    Die Autoren der neuen wissenschaftlichen Arbeit sind sich sicher, dass der Unterschied in der Sterblichkeitsrate nicht durch die Qualität des Gesundheitssystems, die Alterszusammensetzung der Bevölkerung oder die Testumfänge erklärt werden könne.

    Laut dem Leiter der Gruppe, Professor für biomedizinisches Engineering Vadim Backmann, gehört Norditalien zu den Spitzenreitern hinsichtlich der Qualität der Medizin, aber es gibt dort immer noch mehr Todesfälle durch Coronavirus als in anderen Regionen und Ländern. Darüber hinaus variieren die Sterblichkeitsindexe auch innerhalb einer und derselben Altersgruppe. Die Datenanalyse zeigte auch, dass Unterschiede erhalten bleiben, selbst wenn Länder mit einer ungefähr gleichen Anzahl von durchgeführten Tests verglichen werden.

    Signifikante Korrelation

    Zugleich bleibt die Korrelation der Sterblichkeit an Covid-19 mit dem Vitamin-D-Mangel signifikant, wenn Patienten aus unterschiedlichsten Gruppen verglichen werden. Die Forscher vermuten, dass sich der Entzündungsprozess wegen des „Zytokinsturms“ beschleunigt - einer Überreaktion des Immunsystems auf einen Erreger.

    Ein „‚Zytokinsturm‘ kann die Lunge zerstören sowie bei Patienten ein akutes respiratorisches Syndrom und den Tod hervorrufen. Gerade eine chaotische Immunantwort und nicht eine Schädigung der Lunge durch das Virus selbst ruft in den meisten Fällen bei Patienten mit Coronavirus den Tod hervor“, zitiert das „MedicalXpress“-Portal den Wissenschaftler.

    Die Forscher betonen, dass Vitamin D das Immunsystem nicht nur stärkt, sondern auch kontrolliert und verhindert, dass es hyperaktiv wird, was für den Organismus gefährlich sei.

    Diese Analyse zeigt, dass die Kontrolle des Vitamin D-Spiegels bei Patienten die Sterblichkeit an Coronavirus um etwa eine Hälfte senken könnte. Diese Maßnahme sei nicht zur Vorbeugung von Infektion geeignet, könnte jedoch nützlich sein, wenn das Risiko von Komplikationen verringert und der Tod bereits infizierter Personen verhindert werden müsse.

    „Zweite Verteidigungslinie“

    Wissenschaftler vermuteten, dass der von ihnen festgestellte Zusammenhang teilweise erkläre, warum Kinder seltener an Covid-19 sterben. Bei ihnen sei die erworbene Immunität noch nicht voll und ganz gebildet, die bei Erwachsenen eine „zweite Verteidigungslinie“ gegen Krankheitserreger darstellt, könne aber zugleich für den Organismus gefährlich sein.

    Die Autoren der Arbeit warnten auch, dass eine Vitamin-D-Überdosis durch verschiedene Nebenwirkungen gefährlich sei. Die Wissenschaftler haben eine optimale Dosierung der Substanz zur Bekämpfung von Covid-19 noch nicht bestimmt. Sie haben bis Dato einfach nicht genug Daten dafür.

    ek/mt/sna

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    Tags:
    Zusammenhang, Vitamin D, Methode, Forscher, Coronavirus