22:01 06 Juli 2020
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    US-Forscher haben Bedingungen modelliert, die in flüssigen Salzsolen auf der Marsoberfläche existieren können, und kamen zu dem Schluss, dass das Vorhandensein von Leben in ihnen kaum möglich sei. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin „Nature Astronomy“ veröffentlicht.

    Wegen niedriger Temperaturen und Luftfeuchtigkeit ist das Vorhandensein von Wasser auf dem Mars unmöglich, aber Salzsolen, die bei bestimmten Konzentrationen auch bei sehr niedrigen Temperaturen einen flüssigen Zustand beibehalten, können auf der Oberfläche des Roten Planeten durchaus vorhanden sein. Bei bestimmter Temperatur und Luftfeuchtigkeit können Salze auf der Oberfläche des Planeten beginnen, Wasser aus der Atmosphäre aufzunehmen und eine salzige Flüssigkeit zu bilden. Zuvor zeichneten Kameras die Bildung von Salzlösungs-Tröpfchen auf dem heißen Gestell der Phoenix-Kapsel auf.

    Forscher modellieren Mars-Bedingungen

    Amerikanische Wissenschaftler haben nun die Bedingungen auf dem Mars modelliert, um zu verstehen, ob in diesen Solen Leben existieren könne und ob das Risiko einer Kontamination von Mars-Proben durch von der Erde mitgebrachte Mikroorganismen bestehe.

    „Unser Team hat bestimmte Regionen auf dem Mars untersucht, in denen die Temperaturen von flüssigem Wasser die Fortpflanzung bekannter terrestrischer Organismen ermöglichen könnten“, werden die Worte eines Mitautors der Studie, Alejandro Soto vom Southwest Research Institute, in einer Pressemitteilung angeführt.

    „Wir haben die Klimainformationen sowohl aus atmosphärischen Modellen als auch aus Messungen von Weltraumapparaten verwendet. Unser Modell sagt voraus, wo, wann und wie lange die Solen an der Oberfläche und in geringen Tiefen unter der Marsoberfläche stabil sein werden“, ergänzte er.

    „Wir führen seit vielen Jahren Experimente an der University of Arkansas durch, um die Arten von Reaktionen zu untersuchen, die unter den Bedingungen des Mars auftreten. Gestützt auf Labordaten können wir vorhersagen, was auf der Oberfläche des Planeten passiert“, erklärt einer der Mitautoren der Studie, Dr. Vincent Chevrier, von der University of Arkansas.

    Simulationsergebnisse

    Die Simulationsergebnisse zeigten, dass die maximal mögliche Temperatur flüssiger Solen unter extra trockenen Bedingungen des Mars etwa minus 48 Grad Celsius beträgt. Solche Temperaturen sind nur auf 40 Prozent der Marsoberfläche möglich, jedoch nur in sehr kurzen saisonalen Zeitabschnitten, die etwa zwei Prozent des Marsjahres und nicht mehr als sechs Stunden hintereinander ausmachen. In den Tiefen des Marsbodens, in einer Tiefe von bis zu acht Zentimetern, können flüssige Salzsolen etwas länger existieren - innerhalb von 10 Prozent des Marsjahres.

    Trotz der Tatsache, dass dieser Bereich viel breiter ist als bisher angenommen, können selbst die extremsten Vertreter terrestrischer Mikroorganismen bei so niedrigen Temperaturen nicht überleben.

    „Es schließt das Leben in der Form aus, in der wir es kennen“, bemerkt Soto.

    „Wir haben gezeigt, dass im planetarischen Maßstab die Oberfläche des Mars und das nicht tiefe Marsinnere nicht für terrestrische Organismen geeignet sind, da sich dort nur in seltenen Zeitabschnitten Flüssigkeiten bilden können", schließt der Erstautor des Artikels, Dr. Edgard Rivera-Valentin vom Lunar and Planetary Institute (LPI) der USA.

    Wissenschaftler glauben, dass man keine Angst haben sollte, dass zukünftige Missionen zum Mars terrestrische Mikroorganismen dorthin bringen würden.

    ek/mt/sna

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    Tags:
    Salz, Temperaturen, Mikroorganismen, Leben, Mars