03:48 14 Juli 2020
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    Atombombenversuche sollen in den 60er Jahren zu Regen in Schottland geführt haben. So lautet zumindest eine Theorie von britischen Forschern, die im Fachblatt „Physical Review Letters“ dargelegt wurde.

    Einer Studie zufolge haben die Detonationen elektrische Ladungen in der Atmosphäre verursacht, welche die Bildung von Wassertröpfchen begünstigten. Die Forscher sollen Wetteraufzeichnungen von den schottischen Shetlandinseln aus den Jahren 1962 bis 1964 ausgewertet haben und zu folgendem Ergebnis gekommen sein: An Tagen, an denen die Ladung in der Atmosphäre wegen der Atombombentests stärker gewesen sei, soll auch der Niederschlag um 24 Prozent höher gewesen sein. Auch die Wolken seien deutlich dichter gewesen.  

    „Die politisch aufgeladene Stimmung während des Kalten Kriegs verursachte ein nukleares Wettrüsten und eine weltweite Bedrohung", sagte Studienautor Giles Harrison von der University of Reading. „Jahrzehnte später beschert sie uns die einzigartige Möglichkeit, zu untersuchen, wie sich elektrische Ladung auf Regen auswirkt.“

    Damit bezog sich der Forscher auf das Wettrüsten zwischen der Sowjetunion und den USA im Kalten Krieg. Damals hielten sich die beiden Großmächte mit Atombombentests in Schach. Obwohl sich die Testgebiete in entlegenen Regionen der Erde befunden hätten – wie etwa in der Wüste von Nevada oder in der Arktis –, hätten sie die Atmosphäre auch in weit entfernten Gebieten beeinflusst.

    Nutzen für die Forschung

    Schon seit Längerem vermuten die Forscher, dass elektrische Ladung in der Atmosphäre die Wolkenbildung beeinflusst. Die Theorie: Die Bomben schleuderten radioaktive Schwebeteilchen in die Luft, die sich weltweit verbreiteten. Diese würden die Atmosphäre elektrisch aufladen (Ionisation) und dafür sorgen, dass sich einzelne Wassertröpfchen leichter verbinden. Dadurch sollen sie schwerer und größer werden und schließlich als Regen zur Erde herabfallen.

    Zwar lassen sich die atmosphärischen Bedingungen während der Atombombentests nicht wiederholen – allein aus Sicherheitsgründen –, doch könnten die Studienergebnisse dazu genutzt werden, um die Wolkenbildung künstlich anzuregen, so die Forscher. Damit ließen sich beispielweise Dürren oder Überschwemmungen verhindern.

    Harrison, der Leiter der besagten Studie, wirke gerade an einem Wissenschaftsprogramm mit, das sich mit der Regenförderung beschäftige. Ihm zufolge könnte eine künstliche Ionisierung der Luft (ohne Zündung von Atombomben) zu mehr Regen führen. Und dabei müssten keine Chemikalien eingesetzt werden. In der Industrie sollen bereits Luft-Ionisatoren im Einsatz sein – allerdings müssten diese deutlich größer werden, um das Wetter wirklich beeinflussen zu können. 

    mka/gs

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    Tags:
    Regen, Atombombentest