15:53 10 Juli 2020
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    Nach den vorläufigen Ergebnissen einer Studie der Universität von Helsinki können Hunde dank ihrem entwickelten Geruchssinn in der Zukunft bei der Erkennung einer Coronavirus-Infektion hilfreich sein.

    Im Laufe einer Pilotstudie, geleitet von Anna Hielm-Björkman von der Universität Helsinki, wurden einige als medizinische Diagnosehelfer ausgebildete Hunde darauf trainiert, Duftstoffe im Urin von Covd-19-Patienten zu erkennen. Dabei schnüffelten die Hunde an Urinproben von gesunden und infizierten Personen und erhielten eine Belohnung, wenn sie die Proben von Infizierten wählten.

    „Wir haben schon viel Erfahrung im Training von Hunden für die Erkennung von Krankheiten. Aber es war fantastisch zu sehen, wie schnell die Hunde den neuen Geruch erkennen lernten“, sagte Hielm-Björkman.

    Den Hunden gelang es, schon nach einem relativ kurzen Training zuverlässig die Urinproben der mit Coronavirus infizierten Menschen zu erkennen. Die Rate der korrekt als positiv erkannten Proben sei dabei kaum niedriger gewesen als bei einem gewöhnlichen PCR-Test.

    Die Wissenschaftler geben zu, dass ausgebildete Hunde bei der Erkennung anderer Krankheiten schon längst erfolgreich gewesen seien.  

    „Ausgebildete Hunde können selbst niedrigste Konzentrationen von flüchtigen organischen Verbindungen, sogenannten VOCs, erkennen. Solche VOCs sind beispielsweise mit verschiedenen Krankheiten wie Krebs, bakteriellen Infektionen oder Nasentumoren assoziiert“, sagte Cynthia Otto von der University of Pennsylvania in Philadelphia

    Die Forscher aus Finnland setzen nun auf die erste größere Studie mit ihren vierbeinigen Covid-Schnüfflern.

    „Es gibt noch einige Dinge, die wir wieder und wieder überprüfen müssen, bevor wir diesen Dufttest in die klinische Praxis übernehmen. Deshalb wollen wir die Hunde nun in einer randomisierten, doppelblinden Studie testen, bei der eine größere Zahl von Patientenproben zu beschnüffeln ist“, betonte Anu Kantele von der Universität Helsinki.

    Zuvor hatten die Wissenschaftler festgestellt, dass das neuartige Coronavirus mehrere Veränderungen im menschlichen Körper verursacht, deswegen wird nun eine Vermutung geäußert, dass sich bei einer Covid-19-Infektion auch die Zusammensetzung der Duftstoffe im Urin der Patienten ändert. Damit könnte erklärt werden, warum Hunde die Infektion am Urin der Patienten erkennen.

    ac/mt

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    Tags:
    Test, Finnland, Patienten, Proben, Urin, Studie, Hunde, Infektion, Coronavirus