23:19 05 Juli 2020
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    Laut der neulich in der Fachzeitschrift „Journal of Gerontology: Medical Sciences“ veröffentlichten Studie erhöht das Vorhandensein eines defekten Demenz-Gens das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs bei Corona-Patienten.

    Wissenschaftler aus der britischen Universität Exeter und der amerikanischen University of Connecticut analysierten im Rahmen einer gemeinsamen Studie die Daten aus der britischen Biobank, wo genetische Daten von rund 500.000 Menschen gespeichert sind, und stellten fest, dass bei den Europäern, die zwei fehlerhafte Kopien des APOE-Gens (genannt e4e4) haben, das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs bei Coronavirus hoch sei.

    Das APOE-Gen spielt eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung von Fetten im menschlichen Körper. Normalerweise trägt eine Person zwei Kopien dieses Gens: eine von der Mutter und eine vom Vater.

    „Jede sechsunddreißigste Person europäischer Abstammung hat zwei fehlerhafte Kopien dieses Gens, was das Alzheimer-Risiko um das 14-fache erhöht. Jetzt stellte das Forscherteam fest, dass der Transfer von diesen Genmutationen die Risiken bei dem neuartigen Coronavirus verdoppelt“, hieß es in der Pressemitteilung der Universität Exeter.

    Die Autoren analysierten die Daten von 382.000 Menschen europäischer Abstammung, von denen 9022 oder 2,36 Prozent zwei fehlerhafte Kopien des APOE-Gens hatten. Darüber hinaus hatten 5,13 Prozent von denen, die auf Coronavirus getestet worden waren (721 Personen), ein defektes Gen.

    „Dies ist ein erstaunliches Ergebnis, weil wir jetzt genau bestimmen können, wie dieses defekte Gen die Anfälligkeit für Coronavirus verursacht. Dies kann zu neuen Behandlungsmethoden in Bezug auf Coronavirus führen“, betonte Chia-Ling Kuo, eine der Autorin der Studie.

    Mitte Mai hatten die Wissenschaftler aus der Universität von Edinburgh mitgeteilt, dass sie das Erbgut von Tausenden Corona-Patienten analysieren würden, um zu verstehen, warum das neuartige Coronavirus bei den Menschen auf unterschiedliche Weisen wirkt. Sie waren davon ausgegangen, dass es in den Genen Hinweise gebe, die zu verstehen helfen könnten, wie diese Krankheit die Menschen tötet.

    ac/mt

     

     

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    Tags:
    Forscher-Team, Großbritannien, USA, Studie, Komplikationen, Demenz, Mutation, Defekt, Gen, Coronavirus