22:56 29 Oktober 2020
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    Proxima Centauri ist der unserer Sonne am nächsten gelegene Stern im Universum. Ein internationales Forscherteam hat mithilfe von einem hochauflösenden Spektrographen ESPRESSO am Großteleskop (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile bestätigt, dass er von einem Planeten umkreist wird, der der Erde ähnlich ist.

    Ihre Arbeit ist in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht worden.

    Proxima Centauri, der in einer Entfernung von 4,2 Lichtjahren von der Erde liegt, gehört zur Gruppe der Roten Zwerge. Diese stellen rund drei Viertel aller Sterne in unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße. 2016 hatten Astronomen bei Proxima Centauri mit dem HARPS (High Accuracy Radial Velocity Planet Searcher)-Spektrographen einen Planeten entdeckt, Proxima b, der ungefähr so groß und so schwer ist wie die Erde und in der sogenannten bewohnbaren Zone um den Stern kreist. Das bedeutet, dass die Temperaturen auf ihm die Existenz von flüssigem Wasser erlauben, das als Grundvoraussetzung von Leben gilt, wie wir es kennen.

    Nun seien genauere Messungen durchgeführt worden, die ergaben, dass Proxima b tatsächlich existiert. Zudem konnten auch detaillierte Angaben erhalten werden. Demnach beträgt die Masse von Proxima b das 1,17-fache der Erdmasse, was kleiner ist als die ältere Schätzung des 1,3-fachen. Der Planet umkreise seinen Stern in nur 11,2 Tagen, so die Forscher.

    „Die Bestätigung der Existenz von Proxima b war eine wichtige Aufgabe; es ist einer der interessantesten Planeten, die in der Sonnenumgebung bekannt sind“, schrieb Alejandro Suarez Mascareño, Hauptautor der Studie, in einer Stellungnahme.  

    Die Masse eines fernen Planeten mit solcher Präzision zu bestimmen, sei eine „völlig unbekannte“ Sache, sagte der Nobelpreisträger von 2019, Michel Mayor, der den Grundstein für die Technologie legte, die die Entdeckung ermöglichte.

    Experten zufolge eignet sich Proxima b perfekt für die Biomarkerforschung. Es ist jedoch nicht bekannt, ob er eine Atmosphäre hat, die ihn vor der tödlichen Röntgenstrahlung seines Sterns schützt. Ungewiss ist auch, ob es überhaupt Wasser oder gar Leben auf dem Planeten gibt. Wissenschaftler hoffen, mit Hilfe fortschrittlicher Spektrometer der Zukunft die Antwort auf diese und andere Fragen zu erhalten.

    pd/mt

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    Tags:
    ESO, Exoplaneten