14:41 23 Oktober 2020
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    Laut einer auf dem Wissenschaftsportal „Science Alert“ veröffentlichten Studie stammen nicht alle sogenannten „Schriftrollen vom Toten Meer“ oder Qumranschriften aus der Wüstenlandschaft, wo sie ursprünglich im 20. Jahrhundert entdeckt wurden.

    Unter den „Schriftrollen vom Toten Meer“ versteht man in der Wissenschaft antike Manuskripte, die zwischen 1947 und 1956 in elf Felshöhlen nahe der Ruinenstätte Khirbet Qumran im Westjordanland entdeckt wurden. Die Schriftrollen aus Pergament und Papyrus, die vorwiegend auf Hebräisch verfasst wurden, enthalten einige der frühesten bekannten Texte aus der Bibel, einschließlich der ältesten erhaltenen Kopie der Zehn Gebote.

    Die Schriftrollen werden schon seit Jahrzehnten von den Wissenschaftlern untersucht. Vor kurzem führten die Forscher aus der Israelischen Altertümerbehörde (IAA) und der Universität von Tel Aviv eine Reihe von DNA-Tests durch, die ergaben, dass einige der alten Manuskripte nicht aus der Umgebung von Höhlen stammen, wo sie Mitte des 20. Jahrhunderts entdeckt worden waren.

    „Wir haben durch die Analyse von Fragmenten herausgefunden, dass einige Texte auf der Haut von Kühen und Schafen geschrieben wurden, während wir früher glaubten, dass alle Texte auf der Ziegenhaut geschrieben wurden. Dies beweist, dass die Manuskripte nicht aus der Wüste stammen, wo sie gefunden wurden“, sagte Pnina Shor, die Leiterin der Studie.

    Allerdings konnten die israelischen Forscher nicht genau bestimmen, woher die mysteriösen Manuskripte stammen.

    Teile eines Puzzles

    Viele Experten glauben, dass die Schriftrollen von den Essäern verfasst wurden, einer jüdischen religiösen Sekte, die sich in die jüdische Wüste um Qumran und ihre Höhlen begeben hatte.

    Andere Forscher sind aber der Meinung, dass einige Texte von Juden versteckt worden waren, die vor dem Vormarsch der Römer flohen.

    „Diese ersten Ergebnisse werden Auswirkungen auf die Untersuchung des Lebens von Juden in der Zeit des Zweiten Tempels in Jerusalem haben, der 70 n. Chr. von den Römern zerstört wurde“, sagte Shor. „Es sieht so aus, als ob man dabei Teile eines Puzzles zusammensetzt“, sagte Oded Rechavi aus der Universität von Tel Aviv.

    Insgesamt wurden von den Wissenschaftlern rund 25.000 Pergamentfragmente entdeckt, welche von mindestens 500 verschiedenen Schreibern zwischen 250 v. Chr. und 40 n. Chr. beschriftet worden waren.

    ac/mt

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    Tags:
    Jerusalem, Antike, Tel Aviv, Universität, Herkunft, Judentum, Manuskript, Studie, Forscher, Israel