20:29 12 Juli 2020
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    Archäologen haben in Mexiko ein Bauwerk entdeckt, das das größte und dabei älteste bekannte Monument der Maya sein soll. Dies folgt aus einem am Mittwoch in der Fachzeitschrift „Nature“ erschienenen Artikel.

    Das Archäologen-Team um Takeshi Inomata von der University of Arizona in Tucson (USA) entdeckte demnach im südmexikansichen Bundesstaat Tabasco Spuren eines monumentalen Kultortes bei Aguada Fénix. Mit einer Länge von 1413 und einer Breite von 399 Metern übertreffe dieser Zeremonialkomplex alle bisher bekannten Anlagen.

    Die ältesten Funde seien gemäß Radiokarbon-Datierungen etwa 3200 Jahre alt. Die Anlage von Aguada Fénix könnte damit sogar älter als das in Guatemala liegende Ceibal sein, das bislang als das älteste bekannte zeremonielle Zentrum der Maya gegolten habe.

    „Nach unserem Wissen ist dies die älteste jemals im Maya-Gebiet gefundene Monumentalkonstruktion und die größte in der gesamten prä-spanischen Geschichte dieser Region“, schreiben die Forscher.

    Die Entdeckung wurde mit Hilfe der sogenannten Lidar-Technologie (light detection and ranging) gemacht. Dabei wird die Erdoberfläche mit einem Laser vom Flugzeug aus abgetastet, sodass auch Strukturen unter dichter Vegetation erkennbar werden.

    Neue Vorstellungen von den Maya

    Die Funde können das Bild der Maya-Kultur verändern. Lange hätten Archäologen gedacht, die ersten kleinen Dörfer seien erst zwischen 1000 und 350 vor Christus entstanden, schreiben die Wissenschaftler.

    Die jüngsten Entdeckungen früherer Zeremonialkomplexe beginnen demnach, diese Sicht in Frage zu stellen.

    Olmeken und die Funde bei Aguada Fénix

    Darüber hinaus sei das Monument bei Aguada Fénix offenbar auch ein Bindeglied zur älteren Olmeken-Kultur, so die Forscher.

    Die Olmeken-Kultur am Golf von Mexiko im heutigen mexikanischen Bundesstaat Veracruz ist für ihre steinernen Kolossalköpfe berühmt. Diese wurden bei Aguada Fénix nicht gefunden.

    Im Gegensatz zur ausgeprägten sozialen Hierarchie der Olmeken war die Sozialstruktur in der Maya-Region damals anscheinend weniger geschichtet.

    „Zu späteren Zeiten gab es mächtige Herrscher und Verwaltungssysteme, die die Menschen zur Arbeit zwangen“, so Inomata laut der Pressemitteilung. „Aber diese Stätte ist viel älter, und wir sehen keine Belege für eine mächtige Elite. Dies ist eher das Resultat gemeinschaftlicher Arbeit.“

    Nun hoffen die Wissenschaftler, mit der Lidar-Technologie auch Reste von Wohnbauten zu finden.

    mo/mt/sna

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