13:27 28 Oktober 2020
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    750 Millionen Dollar fließen in die Vorproduktion eines Oxforder Impfstoffs. Durch diese finanzielle Zuwendung von Organisationen wie der WHO und der Gates-Stiftung sowie eine Zusammenarbeit mit Indien können bereits bis zu zwei Milliarden Dosen hergestellt werden. Zugelassen ist der Impfstoff derzeit allerdings noch nicht.

    Die Impfstoffentwicklung gegen das SARS-Coronavirus-2 läuft international auf Hochtouren. Forschungseinrichtungen in Asien, Europa, Nord- und Südamerika befinden sich regelrecht in einem Corona-Wettrennen. Bislang gibt es aber nur erfolgversprechende Kandidaten, die in klinischen Studien erprobt werden.

    Einer dieser Impfstoffkandidaten stammt vom Jenner-Institut der Universität Oxford und ist nach der erfolgreichen ersten Phase in die zweite Phase einer klinischen Studie übergegangen. Die Produktion läuft aber jetzt schon an: Am Donnerstag teilte der britische Arzneimittelhersteller AstraZeneca mit, dass Vereinbarungen mit der Koalition für Innovation und Epidemievorbeugung (CEPI) und der Globalen Allianz für Impfstoffe und Immunisierung (GAVI) unterzeichnet wurden, um die Impfstoffproduktion weiter anzukurbeln. Demnach erhält der Arzneimittelhersteller eine Finanzspritze in Höhe von 750 Millionen Dollar, die für die Herstellung, Beschaffung und den Vertrieb von insgesamt 300 Millionen Impfstoff-Dosen gedacht sind.

    Insgesamt soll AstraZeneca mittlerweile bis zu zwei Milliarden Dosen Impfstoff herstellen zu können. 400 Millionen davon sollen in einer Partnerschaft mit dem indischen Serum Institute of India für einkommensschwache Länder und solche mit mittlerem Einkommen produziert werden.

    Bei dem Wirkstoff selbst handelt es sich um einen Vektor-Impfstoff. Verwendet wird ein abgewandeltes Adenovirus aus Schimpansen, welches sich im menschlichen Körper nicht vermehren kann und das Spike-Protein des neuen Coronavirus auf seiner Oberfläche trägt. Dieses Protein regt das Immunsystem des Körpers an, Antikörper zu produzieren, und bewirkt auf diese Weise einen Schutz gegen künftige Infektionen mit dem echten SARS-Coronavirus-2.

    Sowohl CEPI als auch GAVI sind Wohltätigkeitsorganisationen, die unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Bill und Melinda Gates Foundation unterstützt werden. Die Vorabproduktion ist nicht risikofrei, denn der Impfstoff hat sich zwar in der ersten Phase der klinischen Studie bewährt, aber zugelassen ist er damit noch nicht. Aktuell wird geprüft, wie gut der Impfstoff bei älteren Menschen anschlägt.

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    Tags:
    WHO, Impfstoff, Vakzine, Bill Gates, Coronavirus