14:37 22 Oktober 2020
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    Gibt es Leben da draußen? Viel zu bescheiden. Die Frage sollte laut Astrobiologen der Universität Nottingham lauten: Wie viel Leben gibt es da draußen? Und die Antwort ist: eine ganze Menge, alleine in unserer Galaxie an die 36. Zumindest, wenn man den Berechnungen der Forscher folgt.

    Wir sind wahrscheinlich nicht alleine im Weltall. Genauer genommen, sind wir nicht alleine in unserer Galaxis. Das ist zumindest die Grundaussage einer Studie der Nottingham-Universität, die am Montag in der Fachzeitschrift The Astrophysical Journal erschienen ist und laut der neben der menschlichen noch 36 weitere außerirdische Zivilisationen die Milchstraße bevölkern könnten.

    Um auf diese Zahl zu kommen, setzten die Forscher voraus, dass extraterrestrisches intelligentes Leben sich ähnlich entwickelt, wie es das Leben auf der Erde getan hat: Etwa fünf Milliarden Jahre setzten sie dabei für die Evolution solcher Zivilisationen an und fügten außerdem ein relativ metallreiches Sternsystem wie das unserer Sonne als weitere Bedingung hinzu.

    Der Hauptautor der Studie, Christopher Conselice, sagt dazu gegenüber Eurekalert: „Es sollte mindestens ein Dutzend aktiver Zivilisationen in unserer Galaxie geben, wenn man für die Entwicklung intelligenten Lebens auf anderen Planeten fünf Milliarden Jahre ansetzt wie auf der Erde.“ Laut dem Forscher handelt es sich bei diesem Studienansatz um „einen Blick auf die Evolution, aber auf einer kosmischen Skala.“ Die Berechnung trägt den Namen „Astrobiologische kopernikanische Grenze“.

    Die menschliche technologische Zivilisation ist bislang lediglich 100 Jahre alt und kann sich durch künstliche Signale bemerkbar machen. Im selben Zustand könnten sich auch die anderen errechneten Zivilisationen befinden. Aber das gilt nur für den Fall, dass solche Zivilisationen lange genug überleben. Denn die durchschnittliche Entfernung zur nächsten Zivilisation bewegt sich laut den Forschern bei 17.000 Jahren. Nur wenn man davon ausgeht, dass solche Zivilisationen einige Jahrtausende überleben und sich relativ zeitnah gebildet haben, ist eine erfolgreiche Kommunikation also möglich. Im Umkehrschluss wäre ein schweigender Kosmos auch eine wichtige und zugleich fatale Botschaft. Denn er würde bedeuten, dass hochentwickelte Zivilisationen eine kurze Lebensdauer haben:

    „Unsere Studie legt nahe, dass eine Suche nach außerirdischen intelligenten Zivilisationen nicht nur die Existenz von entstehendem Leben verraten kann, sondern uns auch Hinweise liefert, wie lange unsere eigene Zivilisation bestehen wird. Sollten wir entdecken, dass intelligentes Leben ein übliches Phänomen ist, dann würde das bedeuten, dass unsere Zivilisation weit länger als ein paar Jahrhunderte existieren kann. Wenn wir umgekehrt keine aktive Zivilisation in unserer Galaxie finden, ist das ein schlechtes Zeichen für unsere langfristige Existenz. Wenn wir also extraterrestrisches intelligentes Leben suchen – selbst dann, wenn wir nichts finden –, entdecken wir unsere eigene Zukunft und unser eigenes Schicksal.“, so Conselice.
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    Tags:
    SETI (Search for Extraterrestrial Intelligence), Aliens, Außerirdische, Milchstraße