07:26 21 Oktober 2020
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    Das Robert Koch-Institut hat das neue Epidemiologische Bulletin veröffentlicht, in dem aktuelle Informationen unter anderem über das West-Nil-Virus (WNV) angegeben wurden. Die Forscher meinen, die Infektion könne sich in Deutschland etablieren, und führen überzeugende Hinweise dazu an.

    Das West-Nil-Virus, das das West-Nil-Fieber verursacht, sei eine Zoonose. Das heißt, dass die Infektionskrankheit von Tier zu Mensch und umgekehrt übertragen werden kann. Auffällig ist, dass alle Weltteile von dem Virus betroffen seien, allerdings in unterschiedlichem Maße. 

    In der Bundesrepublik sei das Virus im Jahr 2018 zum ersten Mal bestätigt worden, 2019 wurden „auch erstmals einige in Deutschland durch Mücken übertragene Erkrankungsfälle beim Menschen registriert“, hieß es. 

    Das WNV werde vor allem von Stechmücken zwischen wild lebenden Vögeln übertragen. 

    „Häufig dienen Häufungen toter Vögel und erkrankte Pferde als Auslöser dafür, die Fallsuche auch auf Menschen auszudehnen.“

    Die Möglichkeit des Virus-Ausbruchs und somit der Ansteckungsgefahr wird sich erhöhen oder verringern, je nach den günstigen Bedingungen für die Zoonose. Die Forscher lenken die Aufmerksamkeit darauf, dass es in Deutschland dabei um den Spätsommer, bei anhaltend warmem Wetter auch um den Frühherbst gehe.

    Sehr offensichtlich könne WNV auch in Deutschland überwintern. Es sei damit zu rechnen, dass sich WNV in Deutschland weiter etabliere und es in den kommenden Jahren — insbesondere in überdurchschnittlich warmen und längeren Sommern — zu weiteren mückenübertragenen WNV-Erkrankungsfällen auch bei Menschen hierzulande kommen werde, so die Wissenschaftler. 

    Die Infektionen sollen überwiegend klinisch unauffällig verlaufen. Ungefähr bei 20 Prozent der Infizierten entwickele sich eine fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung, die drei bis sechs Tage andauert. Zu den häufigsten Krankheitssymptomen zählen Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Rückenschmerzen, Abgeschlagenheit und Lymphknotenschwellungen. 

    ao/mt

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    Tags:
    West-Nil-Fieber, Deutschland, West-Nil-Virus, Studie, Robert Koch-Institut (RKI)