16:08 29 Oktober 2020
SNA Radio
    Wissen
    Zum Kurzlink
    1464
    Abonnieren

    Die Wissenschaftler aus der Stanford University haben die ersten zwei Phasen der klinischen Prüfung einer Impfmethode gegen das bis heute als unheilbar geltende Mantelzelllymphom abgeschlossen. Die Ergebnisse ihrer Studie sind in der amerikanischen Fachzeitschrift „Journal of Experimental Medicine“ veröffentlicht worden.

    Im Rahmen der Studie wurden 47 Patienten mit Mantelzelllymphom, die nach einem Kurs Chemo- und Immuntherapie eine Remission erreicht hatten, mit ihren eigenen Tumorzellen geimpft, die mit CpG-Oligonukleotiden beladen waren. Diese Stoffe können die bakterielle DNA imitieren und eine Immunantwort auslösen.

    Dann sammelten die Forscher die Immunzellen der Patienten, wobei diese eine Stammzelltransplantation erhielten. Schließlich wurden die Immunzellen wieder auf die Patienten übertragen. Nach Angaben der Forscher hätte sich diese Impfmethode als sicher herausgestellt und hätte dabei keine Nebenwirkungen verursacht. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass der von den Wissenschaftlern entwickelte Impfstoff das körpereigene Immunsystem dazu bewegen könne, alle Tumorzellen zu attackieren, die ein Rezidiv der Krankheit verursachen können.

    Den Wissenschaftlern zufolge wurden bei 89 Prozent der Patienten ein Jahr nach der Impfung keine restlichen Tumormarker entdeckt. Dies bedeutet, dass ihr Blut nicht genug Krebszellen enthielt, um neue Tumoren zu bilden. Bei 40 Prozent der beobachteten Patienten bildeten sich Immunzellen, die Krebszellen direkt angreifen und zerstören können.

    „Im Allgemeinen zeigen unsere Daten, dass eine CpG-aktivierte Ganzzellimpfung gegen Tumoren, gefolgt von einem adaptiven Transfer geimpfter Immunzellen, machbar und sicher ist und eine Immunantwort hervorrufen kann, die ausgezeichnete klinische Ergebnisse zeigt“, sagte Ronald Levy, der Leiter der Studie.

    Das Mantelzell-Lymphom ist eine aggressive Form des Lymphoms, bei der Leukozyten, sogenannte B-Zellen, bösartig werden und Tumoren in den Lymphknoten und anderen Körperteilen verursachen. Die Krankheit wird in der Regel mit einer Kombination aus Chemotherapie und Immuntherapie behandelt, wobei es auch sehr oft zu einer Transplantation von hämatopoetischen Stammzellen kommt. Allerdings leiden die Patienten in der Regel unter Rezidiven, was ihre Überlebenszeit auf fünf bis sieben Jahre verkürzt.

    ac/mt

     

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Messerattacke in Kirche von Nizza: Drei Todesopfer bestätigt
    Corona-Politik: „Verstößt gegen alles, was ich über Deutschland gelernt habe“ - Brönners Brandrede
    Russlands Verteidigungsministerium zeigt Start neuer Abfangrakete – Video
    Blutiger Donnerstag: Tathergang der Attacken in Frankreich
    Tags:
    Stanford University, Forscher, Entwicklung, Impfstoff, Krebs, Studie, USA