07:36 21 Oktober 2020
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    Ein Forscher-Team um den Archäologen Vincent Gaffney von der britischen University of Bradford hat unweit des berühmten Steinkreises von Stonehenge in England ein weiteres prähistorisches Monument entdeckt. Dies teilte die schottische University St. Andrews am Montag auf ihrer offiziellen Webseite mit.

    Gaffney und seine Kollegen aus Großbritannien und Österreich publizierten die Ergebnisse der Recherche am Sonntag im Fachjournal „Internet Archaeology“.

    Bei dem Fund handelt es sich der University St. Andrews zufolge um mindestens 20 Schächte mit einem Durchmesser von bis zu zehn Metern und einer Tiefe von bis zu fünf Metern. Sie bilden einen Kreis mit mehr als zwei Kilometern im Durchmesser. Er umgibt die steinzeitliche Siedlung Durrington Walls, die eine der größten jemals in Europa entdeckten Megalithreihen aufweist.

    Eine Radiokarbon-Datierung von Bohrkernen aus den Schächten deutet darauf hin, dass diese vor rund 4.500 Jahren ausgehoben wurden, so die Forscher. In ungefähr derselben Zeit wurde auch Durrington Walls errichtet.

    Die Wissenschaftler vermuten, dass die Schächte eine Abgrenzung um einen als heilig verehrten Bezirk bildeten. Die Struktur sei einzigartig, so die Mitteilung. Keine andere bisher in Britannien entdeckte prähistorische Struktur umschließt solch ein großes Territorium.

    Als überraschend wird außerdem bezeichnet, dass auf dem Kreis, den die Schächte bilden, ein noch älteres prähistorisches Monument liegt: das Larkhill Causewayed Enclosure, das den Forschern zufolge mehr als 1.500 Jahre vor dem Henge in Durrington errichtet wurde. Dies könnte eine Vorstellung von dem Bestehen einer wichtigen kosmologischen Verbindung zwischen den beiden rituellen Stätten widerspiegeln.

    „Komplexere Gesellschaft, die wir uns je vorstellen könnten“

    Die Position der Anlagen ist laut dem Schreiben „äußerst wichtig“, weil sie impliziere, dass frühere Einwohner der britischen Insel ein Rechensystem verwendet haben sollen, um die Position der Objekte sehr genau zu bestimmen, selbst wenn sie voneinander weit entfernt waren. Beweise für solch eine sorgfältige Planung in dieser Größenordnung seien „unerwartet“.

    „Wiederum haben uns die Verwendung einer multidisziplinären Herangehensweise mit Fernerkundung und sorgfältiger Probennahme einen Einblick in die Vergangenheit gegeben, der eine sogar komplexere Gesellschaft zeigt, die wir uns je vorstellen könnten“, zitiert die Universität ihren Forscher Richard Bates.

    Stonehenge ist ein ringförmiges Bauwerk, das nach Einschätzungen von Archäologen zwischen 3000 und 2000 v. Chr. errichtet wurde. Über den Anlass und den Zweck dieser höchst aufwendig konzipierten Anlage existieren verschiedene Hypothesen. Sie reichen vom Selbstporträt eines urpolitischen Bündnisses zwischen zwei ehemals verfeindeten Stammesorganisationen über eine Begräbnisstätte, ein astronomisches Observatorium inklusive Kalender für die Saat- und Erntezeiten bis hin zu einer religiösen Kultstätte.

    mo/mt

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