09:48 12 August 2020
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    Diensthunde der Bundeswehr werden auf das Erschnüffeln einer Coronavirus-Infektion trainiert. Die Streitkräfte und die Stiftung Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover prüfen diese Möglichkeit in einem Projekt, an dem zehn Vierbeiner der Diensthundeschule der Bundeswehr bei Ulmen in der Vulkaneifel teilnehmen.

    Laut der Dienststelle der Streitkräfte sind Schäferhunde, Spaniel und Retriever daran beteiligt. Spürhunde können an der molekularen Zusammensetzung eines Geruchs nicht nur Sprengstoffe oder Drogen wahrnehmen, sondern auch verschiedene Krebserkrankungen und die drohende Unterzuckerung von Diabetikern riechen. 

    „Mit einer Trefferquote von derzeit etwa 80 Prozent sind die Forscher in Ulmen auf dem besten Weg, das Projekt erfolgreich weiterzuführen“, hieß es in der Diensthundeschule, der zentralen militärischen Ausbildungsstätte der Bundeswehr für Diensthunde und ihre Diensthundeführer.

    In wenigen Wochen sollen zuverlässige Ergebnisse vorliegen. Derzeit schnuppern die Hunde an Speichelproben infizierter Menschen, in denen die Viren chemisch unschädlich gemacht wurden. Nach einem erfolgreichen Abschluss dieser Versuchsreihe soll geklärt werden, ob das Erschnüffeln auch bei aktiven Coronaviren in menschlichem Speichel klappt.Laut Doktorandin Paula Jendrny von der Tierärztlichen Hochschule (TiHo), der ältesten der fünf veterinärmedizinischen Lehrstätten Deutschlands, müsse das unter ganz anderen Bedingungen stattfinden. „…Schließlich müssen wir sicher sein, dass sich niemand an den hochinfektiösen Proben anstecken kann.“

    Zuvor wurde unter Hinweis auf eine Studie der Universität von Helsinki berichtet, dass Hunde dank ihrem entwickelten Geruchssinn in der Zukunft bei der Erkennung einer Coronavirus-Infektion hilfreich sein können.

    Im Laufe einer Pilotstudie, geleitet von Dr. Anna Hielm-Björkman, wurden einige als medizinische Diagnosehelfer ausgebildete Hunde darauf trainiert, Duftstoffe im Urin von Covid-19-Patienten zu erkennen.

    Den Hunden gelang es schon nach einem relativ kurzen Training, zuverlässig die Urinproben der mit Coronavirus infizierten Menschen zu erkennen. Die Rate der korrekt als positiv erkannten Proben sei dabei kaum niedriger gewesen als bei einem gewöhnlichen PCR-Test. Die Wissenschaftler geben zu, dass ausgebildete Hunde bei der Erkennung anderer Krankheiten schon längst erfolgreich gewesen seien.  

    ls/mt/dpa

     

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    Bundeswehr, Deutschland