12:18 03 Dezember 2020
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    Britische Forscher haben fünf genetische Mutationen entdeckt, die die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Ausgangs der Covid-19-Erkrankung bis auf das 13-Fache erhöhen. Die Ergebnisse der Studie wurden auf dem Fachportal medRxiv veröffentlicht.

    „Wir haben fünf Variationen in vier Genen entdeckt, die die Wahrscheinlichkeit des Todes durch Covid-19 ‚steuern’, und ihre Verbreitung in der britischen Population eingeschätzt“, schreiben die Studienautoren.

    Diese Mutationen kämen recht selten vor, sie alle seien mit dem Verlust der Fähigkeit verbunden, Immun- und Stressreaktionen auf das Eindringen des Coronavirus in den Körper zu steuern, heißt es.

    Die Forscher haben in den letzten Monaten Faktoren ermittelt, die für die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung, der Krankheitsschwere und des Todesrisikos relevant seien. So ist Covid-19 vor allem für ältere Menschen gefährlich, die an Gefäß- und Herzkrankheiten und Diabetes leiden, übergewichtig sind, die Blutgruppe A haben und eine Mutation im ApoE-Gen aufweisen. Letztere sei mit der Alzheimer-Krankheit verbunden.

    Das Forscherteam um Prof. Julian Gough vom Labor für Molekularbiologie beim britischen Rat für medizinische Forschungen hat im Rahmen des Projektes UK BioBank fast 6000 Personen allseitig untersucht, einer DNA-Analyse unterzogen und auf das Coronavirus getestet. Außerdem wurden statistische Daten zur Sterblichkeit durch Sars CoV-2 in Britannien analysiert. Etwa 1400 der untersuchten Patienten haben die Infektion überstanden, 193 weitere starben.

    Die Forscher haben die Gruppen von Kleinmutationen bei den Covid-19-Toten und den Überlebenden verglichen und genetische Unterschiede ermittelt, die das Todesrisiko durch das Coronavirus beeinflussen.

    Es wurden fünf Mutationen in vier Genen: ERAP2, BRF2, TMEM181 und ALOXE3 – festgestellt, die die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Ausgangs der Covid-19-Erkrankung bis auf das 13-Fache steigern. Nach Auffassung der Wissenschaftler beeinflussen diese Gene die Produktion von Antikörpern, die Stressunterdrückung und die Regelung einer Immunantwort auf das Eindringen von Viren in den Körper.

    Unter den Europäern kämen solche Genveränderungen in 0,1 bis 0,6 Prozent der Fälle vor, während die Variation ALOXE3 bei sieben Prozent der aus Afrika Gebürtigen zu beobachten sei. Eben dadurch dürfte eine größere Anfälligkeit der Afrikaner für Covid-19 erklärt werden.

    Die Wissenschaftler sind überzeugt, dass ihre Entdeckung es ermöglichen kann, die Wirksamkeit der Vakzine und Medikamente gegen Sars-CoV-2 zu bewerten.

    Die Coronavirus-Pandemie hat fast die ganze Welt erfasst. Nach aktuellem Stand hat es weltweit mehr als 11,3 Millionen Ansteckungen gegeben. Fast 532.000 Menschen starben.   

    ls/mt

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