22:18 04 August 2020
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    Unabhängig von ihrer Position sind Angestellte von Unternehmen zufrieden mit der Arbeit im Homeoffice. Auch die Leistung im Homeoffice schätzen alle als höher ein als am gemeinsamen Arbeitsort. Das sind die vorläufigen Ergebnisse einer Studie des Fraunhofer Instituts für Angewandte Informationstechnik.

    Durch den Corona-Lockdown in Deutschland haben kurzfristig viele Unternehmen ihre ganze oder Teile ihrer Belegschaft ins Homeoffice geschickt, um weitere Infektionen zu verhindern. Solche Verlagerungen der Arbeit wären um die Jahrtausendwende noch undenkbar gewesen. Im Jahr 2020 dagegen waren die nötige leistungsfähige Technik, Infrastruktur und differenzierte Software-Angebote für diesen Schritt gegeben. So konnten etwa die Aufgaben von der Besprechung in die Cloud und die persönlichen Gespräche vom Arbeitsplatz in die Videokonferenz umziehen.

    Zufriedenheit mit Homeoffice ist hoch

    So weit, so gut, aber wie zufrieden ist Deutschland im Homeoffice? Das wollte das Fraunhofer Institut für Angewandte Informationstechnik (Fraunhofer FIT) genauer wissen und hat dafür Anfang April eine Homeoffice-Umfrage gestartet. Bereits im Mai gab es hier erste Ergebnisse anhand von 500 Teilnehmern. Mehr als 80 waren demnach mit der Arbeit im Homeoffice zufrieden. Männer waren dabei mit 85 Prozent im Schnitt etwas zufriedener als Frauen mit 79 Prozent.

    • Führungskräfte waren im Schnitt sogar etwas zufriedener als Mitglieder des Teams von Unternehmen
      Führungskräfte waren im Schnitt sogar etwas zufriedener als Mitglieder des Teams von Unternehmen
      © Foto : Fraunhofer FIT
    • Die größte Zufriedenheit herrscht, wie zu erwarten war, in der IT-Branche. Aber auch im produzierenden/verarbeitenden Gewerbe ist sie recht hoch.
      Die größte Zufriedenheit herrscht, wie zu erwarten war, in der IT-Branche. Aber auch im produzierenden/verarbeitenden Gewerbe ist sie recht hoch.
      © Foto : Fraunhofer FIT
    • Am Anfang waren technische Hürden zu überwinden, dann funktionierte das Homeoffice. Diese Entwicklung hat sich in der Zufriedenheit mit dem Homeoffice im Zeitverlauf niedergeschlagen.
      Am Anfang waren technische Hürden zu überwinden, dann funktionierte das Homeoffice. Diese Entwicklung hat sich in der Zufriedenheit mit dem Homeoffice im Zeitverlauf niedergeschlagen.
      © Foto : Fraunhofer FIT
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    © Foto : Fraunhofer FIT
    Führungskräfte waren im Schnitt sogar etwas zufriedener als Mitglieder des Teams von Unternehmen

    Am Dienstag wurde dann eine größere Auswertung von bereits mehr als 2000 ausgefüllten Fragebögen vorgestellt. Die Zufriedenheit mit der Homeoffice-Arbeit soll dabei auf 90 Prozent gestiegen sein – sowohl bei Teammitgliedern als auch bei Führungskräften. Dies soll laut Fraunhofer FIT brancheübergreifend gelten, wobei die IT-Branche führend ist und ihr die Finanzbranche und das produzierende beziehungsweise verarbeitende Gewerbe folgen.

    Bei der Zufriedenheit gibt es auch in der Zeit einen Aufwärtstrend. „Die Zufriedenheit steigt seit zwei, drei Wochen und das ist genau die Zeit, seit der die Schulen wieder geöffnethaben“, erklärt Wolfgang Prinz, stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT, gegenüber Sputnik. Damit seien Zusatzbelastungen im Homeoffice wie Homeschooling und das Teilen von gemeinsamen Rechnern weggefallen und die Mitarbeiter im Homeoffice konnten konzentrierter Arbeiten. Ein anderes Problem, das mit der Zeit abgenommen habe: die vielen unterschiedlichen Kommunikationsmedien fürs Homeoffice, Zoom, Skype, Jitsi und wie sie alle heißen – durch die die Mitarbeiter sich erst durchschlagen mussten. „Das hat sich zwischenzeitlich gelegt. Wir haben dazu gelernt, wie wir die verschiedenen Medien nutzen können“, so Prinz.

    Persönliche Leistung im Homeoffice höher

    Die Befragten sollen aber auch die eigene Leistung und die Leistung im Team als besser eingeschätzt haben, wobei allerdings die Teamleistung im Vergleich schlechter abschnitt. Auch hier ist die Erklärung eigentlich naheliegend: „Man kann im Homeoffice sehr gut individuell und konzentriert arbeiten. Die Zusammenarbeit im Team ist auch möglich, aber geringer“, erläutert Prinz und schließt daraus: „Ich glaube, dass die Ergebnisse eigentlich darauf hindeuten, dass Homeoffice eine sehr gute Ergänzung zur normalen Arbeit sein kann und dass man damit auch in Zukunft zu einer hybriden Arbeitsform finden kann.“

    Homeoffice-Manko: Das soziale Miteinander fehlt

    Denn Homeoffice allein scheint auch nicht die Lösung für alles zu sein. Sonst hätten nicht 85 Prozent der Befragten angegeben, dass ihnen der persönliche Austausch mit den Kollegen zuhause doch ziemlich fehlt. Der fachliche Austausch war mit 66 Prozent der Stimmen zwar geringer, aber immer noch wichtig. Fast genauso wichtig wie letzterer waren übrigens gemeinsame Kaffepausen und Mittagessen mit jeweils etwa 65 Prozent.

    „Dieser Kaffeeplausch, die Ad-hoc-Information auf dem Flur, das schnelle Laufen in ein anderes Büro – das führt immer wieder zur Erzeugung immer neuer Ideen, zu Kreativität, zu einem Teamzusammenhalt. Das vermissen die Leute“, kommentiert der Fraunhofer-Forscher. „Ich denke, das muss man in Zukunft so organisieren, dass man sagt: Wenn wir ins Büro kommen, nutzen wir die Zeit auch genau für diese sozialen Aktivitäten, für kreative Tätigkeiten, für Besprechungen. Und wenn wir im Homeoffice sind, konzentrieren wir uns.“

    Die Umfrage läuft immer noch und der Fragebogen kann hier ausgefüllt werden.

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    Tags:
    Coronavirus, Studie, Homeoffice