18:48 25 November 2020
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    Sie sind kreisförmig und strahlen an ihren Rändern hell: Vier neue Objekte mit der Bezeichnung „sonderbare Funkkreise“ machen derzeit Astronomen zu schaffen. Was steckt hinter den vier sonderbaren Ringen draußen im Kosmos?

    Astronomen sind auf eine ungewöhnliche Klasse von Objekten in den Tiefen des Alls gestoßen. Die neu entdeckten Objekte sollen kreisförmig und an ihren Rändern deutlich heller sein und sich wie kein anderes astronomisches Objekt verhalten.

    Die Himmelskörper haben wegen ihrer Form und ihres ungewöhnlichen Verhaltens den Namen „odd radio circles“ erhalten, was Futurezone als „sonderbare Funkkreise“ ins Deutsche übersetzt hat. Bislang ist nicht bekannt, wie weit diese Objekte von uns entfernt sind, aber wahrscheinlich befinden sie sich in entfernten Galaxien. Von der Größe her entsprechen sie etwa einem Dreißigstel unseres Mondes.

    In einem neuen wissenschaftlichen Aufsatz zu dieser Entdeckung haben Astronomen auch einige Erklärungen für diese rätselhaften Himmelskörper vorgeschlagen. Nachdem unter anderem Supernovae, sternbildende Galaxien und der Gravitationslinseneffekt ausgeschlossen wurden, fragten sich die Forscher, ob es sich dabei um Schockwellen handeln könnte, die auf ein außergalaktisches Ereignis zurückgehen, oder ob es sich um die Aktivität einer Radiogalaxie handelt.

    „Die Objekte könnten aber auch auf ein gänzlich neues Phänomen hindeuten“, kommentierte die nicht an der Studie beteiligte Astronomin Kristine Spekkens die Entdeckung gegenüber livescience. „Es könnte sich auch um außergewöhnliche Formen einer bereits bekannten Objektklasse handeln, die wir so noch nicht gesehen haben.“

    Die Objekte könnten auch auf unterschiedliche Ursachen zurückgehen. Alle vier sind zwar im Radiowellenbereich sichtbar, nicht aber im sichtbaren, infraroten und Röntgenlicht. Bei zwei von ihnen sind aber im Zentrum Galaxien im sichtbaren Bereich zu erkennen. Das deutet darauf hin, dass diese beiden Objekte von den Galaxien gebildet wurden. Da zwei der Funkkreise außerdem sehr nah beieinander liegen, könnten diese auf ein und dieselbe Ursache zurückgehen.

    Drei der Objekte wurden bei der Erstellung einer Nachthimmelkarte im Funkwellenbereich entdeckt, die Teil des neuen Projekts „Evolutionary Map of the Universe“ ist. Für die Karte hatte das australische Teleskop ASKAP die Daten im Zeitraum Juli bis November 2019 gesammelt. Der wissenschaftliche Aufsatz wurde auf dem Preprint-Server arXiv veröffentlicht und liegt derzeit der Fachzeitschrift "Nature Astronomy" vor, die diesen prüft.

    vr

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    Tags:
    Astronomie, Rätsel, Kosmos, Weltall