02:19 05 August 2020
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    Forscher der Staatsuniversität im Süd-Ural (Russland) haben herausgefunden, dass der Extrakt einer gewöhnlichen Unkrautpflanze - einer Bidens pilosa L. - eine vielversprechende Quelle von Enzymen für die Lebensmittelindustrie ist. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin „International Journal of Scientific and Technology“ veröffentlicht.

    Laut den Autoren der Studie können die aus der Bidens pilosa L. gewonnenen Substanzen eine zugängliche pflanzliche Alternative zu teuren Enzymen werden, die für die Weinherstellung und Käsezubereitung erforderlich sind.

    Eine Studie der Forscher der Süd-Ural-Universität zeigte, dass der Extrakt aus dem Fruchtfleisch von Blättern der Bidens pilosa L. die Spaltung von Peptidbindungen des Proteins beschleunige, wodurch es für die Produktion verschiedener biologisch aktiver Substanzen geeignet sei, insbesondere Tyrosin, das Teil der Proteine aller lebenden Organismen sei und das erstmals aus dem Käse im Jahre 1846 ausgeschieden worden sei.

    „Es existiert eine lange Tradition, die Bidens pilosa als Arzneimittel zu verwenden. Aufgrund ihrer Verbreitung ist ihre Verwendung unserer Meinung nach äußerst vorteilhaft bei der Weinherstellung und bei der Milchverarbeitung, wo ein Extrakt der Bidens pilosa eine wirksame Alternative zu Lebensmittelenzymen werden kann“, sagte die Leiterin der Abteilung ‚Lebensmittel- und Biotechnologien‘ der Süd-Ural-Universität, Irina Potoroko.

    In den Experimenten von Forschern der Universität wurde nachgewiesen, dass frische Blätter einer Unkrautgraspflanze eine hohe Proteaseaktivität im Säurepuffer pH 4 (8,2567 × 10-7 mM / mg / min) im Vergleich zum alkalischen Puffer pH 10 (5,15 × 10-7 mM / mg / min) bei 30 Grad Celsius aufweisen.

    Enzymatische Aktivität der Bidens pilosa L.

    Nach Worten der Wissenschaftler sei es ihnen gelungen, die optimalen Bedingungen für die enzymatische Aktivität des Blattextrakts der Bidens pilosa L. zu bestimmen, wodurch er für die Verwendung in verschiedenen technologischen Prozessen angepasst werden kann.

    Irina Potoroko ist der Meinung, dass es notwendig sei, die Erforschung der Bidens pilosa L. fortzusetzen, um zu klären, welcher Teil der Pflanze (Wurzeln, Stängel, Blüten) die höchste Proteaseaktivität aufweist, da sich die an der Süd-Ural-Universität durchgeführte Studie nur auf frische Blätter konzentrierte.

    In der nächsten Phase der Arbeit schlägt das Forscherteam vor, den Mechanismus der Einkapselung, des Transports und der Freisetzung des Extrakts der Bidens pilosa L. in einem biologischen Medium zu untersuchen, um die Effizienz der Fermentationsprozesse zu erhöhen.

    Aus Amerika importiertes Unkraut

    Die Bidens pilosa L. ist weltweit als ein aus Amerika importiertes Unkraut verbreitet. In Russland, wo Bidens pilosa L. zu den für den Import verbotenen Quarantäne-Unkräutern gehört, wurde die Pflanze im Fernen Osten entdeckt.

    ek/mt/sna

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    Rezept, Forscher, Käse, Wein