05:49 15 August 2020
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    Ein internationales Forscherteam hat mit Hilfe neuester analytischer Methoden festgestellt, dass Plutonium, das im Nuklearbrennstoff des japanischen Unglücks-AKW Fukushima-1 enthalten war, bis heute in der Umwelt in Form von Kleinteilchen vorhanden ist. Eine diesbezügliche Studie erschien im Fachjournal "Science of the Total Environment".

    Umweltexperten und Chemiker hatten bereits früher in der Luft, im Boden und im Meerwasser Plutoniumspuren beobachtet. Deren physische, chemische und Isotopenformen waren jedoch nicht bekannt.

    Die aktuelle Forschung, an der Wissenschaftler aus Japan, Finnland, Frankreich, der Schweiz, aus Großbritannien und den USA beteiligt waren, hat ergeben, das nanodimensionale Plutoniumoxid-Einschüsse in cäsiumhaltigen Mikroteilchen (CsMP) enthalten sind.

    Nuklearbrennstoff wirkt bei der Verbrennung mit Strukturbeton des Reaktors zusammen. Bei der Zerstörung des Fukushima-Reaktors zerfiel das Material in mikroskopisch kleine radioaktive Teilchen, die sich durch den Wind über das ganze Territorium Japans ausbreiteten.

    Die Forscher haben festgestellt, dass CsMP vorwiegend aus kieseligem Glasbeton und radioaktivem Cäsium bestehen und sehr radioaktiv sind. Bei einer chemischen Analyse wurden in den Mikroteilchen Urandioxid-Einschlüsse mit einem Durchmesser von weniger als zehn Nanometern entdeckt. Das ist ein Hinweis auf ein mögliches Vorhandensein von Nuklearbrennstoff innerhalb der Mikroteilchen. Dank einer detaillierten Analyse wurde bewiesen, dass die Plutonium-Oxide mit diesen Einschlüssen verbunden sind und die Isotopenzusammensetzung von Uran und Plutonium dem Nuklearbrennstoff identisch ist.

    „Die Ergebnisse (der Forschung) zeugen eindrücklich davon, dass die für den normalen Nuklearbrennstoff charakteristische Nano-Heterogenität in den nuklearen Brennstoffresten immer noch besteht, die innerhalb der beschädigten Reaktoren bleiben“, wird der Studienleiter Dr. Satoshi Utsunomiya in einer Pressemitteilung der Universität Helsinki zitiert. Dem Wissenschaftler zufolge sind die neuen Erkenntnisse für die Außerbetriebsetzung beschädigter Reaktoren und den richtigen Umgang mit radioaktiven Rückständen notwendig.

    Prof. R. Garth Law von der Universität Helsinki sagte dazu: „Es ist nun klar, dass cäsiumhaltige Mikroteilchen ein wichtiger Faktor für die radioaktive Verseuchung durch Atomhavarien sind.“ 

    ls/mt

     

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