07:44 09 August 2020
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    Die international operierende pharmazeutische Gruppe AstraZeneca und das russische Unternehmen R-Pharm wollen den Impfstoff AZD1222 gegen das neuartige Coronavirus SARS-Cov-2 gemeinsam produzieren. Einer Mitteilung von AstraZeneca Russia zufolge soll das Präparat zuerst klinisch erprobt werden.

    Die Produktion laufe an, falls die Tests erfolgreich seien, hieß es.

    Vertrag unterzeichnet

    R-Pharm und AstraZeneca hatten bereits einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet. Demnach wird das russische Unternehmen technologische Möglichkeiten für die Umsetzung des Projekts schaffen.

    „Russland hat bereits die Zellenstruktur und den Adenovirusvektor erhalten. In Russland sollen Antigene produziert und das Medikament selbst hergestellt werden. Dabei soll die Russische Föderation zu einem Hub für Produktion und Lieferung des Corona-Impfstoffes auf internationale Märkte werden. Geplant sind Ausfuhren in mehr als 30 Länder, darunter in den Nahen Osten, in die Balkan-Staaten und in die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS)“, hieß es in der Mitteilung vom 20. Juli.

    Partnervertrag mit Universität Oxford

    Früheren Meldungen zufolge hatte AstraZeneca im Mai einen Partnervertrag mit der Universität Oxford unterzeichnet, der Entwicklung, Produktion und Absatz des AZD1222-Impfstoffes zum Inhalt hat. Dabei ging der Pharmakonzern die Verpflichtung ein, rund zwei Milliarden Dosen zu liefern.

    Parallel sollen mehrere Lieferketten mit Partnern weltweit eingerichtet werden, um während der Pandemie einen breiten ungehinderten Zugang von Ländern zum neuartigen Impfstoff zu gewährleisten. Dabei strebt AstraZeneca keine Profite an.

    Vakzin AZD1222

    Der Impfstoff AZD1222 war vom Jenner-Institut bei der Universität Oxford in Kooperation mit der Oxford-Gruppe zur Erforschung von Vakzinen entwickelt worden. Nach der Impfung hatten sich bei Affen Antikörper gegen das Virus SARS-CoV-2 gebildet. Es bleibt nur zu testen, wie sich der Impfstoff auf den menschlichen Organismus auswirken und ob er gut verträglich sein wird.

    AstraZeneca

    AstraZeneca ist ein international operierender Arzneimittelhersteller und auf die Entwicklung rezeptpflichtiger Präparate für die Anwendung in mehreren Bereichen wie Onkologie, Kardiologie, Nephrologie und Stoffwechsel sowie Atemwegs- und Autoimmunerkrankungen spezialisiert. Das Unternehmen hat seinen Sitz im britischen Cambridge und ist in etwas mehr als 100 Ländern präsent. Innovative Präparate der Firma werden von Millionen Patienten weltweit angewendet.

    R-Pharm

    R-Pharm ist auf die Produktion diverser Pharmaka, auf die Entwicklung neuer Präparate und Technologien sowie auf die Produktion von Laborausrüstung und Medizintechnik spezialisiert. Die vom Unternehmer Alexej Repik kontrollierte Gruppe hat 70 Filialen in 30 Ländern.

    Früheren Meldungen zufolge hatte R-Pharm bereits das Präparat „Coronavir“ zur Behandlung leichter und mittelschwerer Corona-Infektionen registrieren lassen. Die Effektivität des Präparats wurde bei klinischen Tests an mit dem Virus infizierten Patienten nachgewiesen.

    am/mt

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    Tags:
    Kooperation, Impfstoff, Coronavirus, R-Pharm, AstraZenica, Großbritannien, Russland