05:24 15 August 2020
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    Forscher des Friedrich-Loeffler-Instituts in Greifswald haben in dieser Woche eine Studie veröffentlicht, die für große Aufmerksamkeit sorgen könnte: Sie haben über ein Jahr mehr als 18.000 Schweine in Europa getestet und schlagen jetzt Alarm. Entdeckt wurde ein für den Menschen gefährlicher Influenza-A-Virus mit „Präpandemie-Potential“.

    Die Welt befindet sich mitten in der Corona-Krise, doch möglicherweise ist schon die nächste Pandemie im Anmarsch. Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler-Instituts in Greifswald und des Universitätsklinikums Freiburg haben über ein Jahr mehr als 18.000 Einzelproben aus rund 2500 Schweinemastbetrieben in Europa gesammelt. Das Ergebnis: Die Forscher fanden neue Grippevieren, die teilweise auch auf den Menschen übergehen können.

    Vom Schwein auf den Menschen?

    Die Studie ist in dieser Woche im US-Fachmagazin „Cell Host & Microbe" veröffentlicht worden. Das Friedrich-Loeffler-Institut ist eine selbstständige Bundesoberbehörde des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Es erforscht hauptsächlich Infektionskrankheiten von landwirtschaftlichen Nutztierarten. Ein Schwerpunkt der aktuellen Studie war die Untersuchung des möglichen Übertragungspotenzials von Viren auf den Menschen.

    Neuartige Viren entstehen

    Im Einzelnen heißt es: Der Erreger der jüngsten Grippepandemie beim Menschen, der Influenza A (H1N1), sei laut Friedrich-Loeffler-Institut bereits 2009 in Europas Hausschwein-Bestände gelangt. Der Erreger habe laut Studie eine herausragende Bedeutung für das stark anwachsende Risiko neuartiger Virusvarianten im Schwein. Untersucht wurden Schweinehaltungen in Deutschland und weiteren 16 europäischen Ländern. In mehr als der Hälfte der Betriebe wurden insbesondere vier Viruslinien gefunden, aus denen durch Mutation wiederum neue Virusvarianten entstanden sind.

    Ein deutlich erhöhtes Risiko

    Doch wie gefährlich ist das Ganze nun für uns? Die Forschungen ergaben, dass aufgrund der Ähnlichkeiten zu humanen Viren einige Erreger das Potenzial zur Übertragung auf den Menschen hätten. Das hätten Versuche mit Frettchen bestätigt, die als Tiermodell für die humane Influenza dienen. Martin Schwemmle vom Universitätsklinikum Freiburg erklärte gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“:

    „Einige der Schweine-Influenza-Viren haben bereits eine wichtige Barriere für die Übertragung auf den Menschen überwunden. Das erhöht das Risiko deutlich."

    Problematisch ist auch: Da es sich um einen völlig neuen Influenza-Erreger handele, gebe es auch noch keinen Impfstoff. Sollte ein Erreger also vom Schwein auf den Menschen überspringen, bestehe das Risiko einer neuen weltweiten Pandemie. Die Studie wird nun in der Fachwelt einer Überprüfung unterzogen.

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    Tags:
    Schweine, Studie, Influenza, Pandemie, Coronavirus