16:07 21 September 2020
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    Ein internationales Forscherteam hat bei Experimenten die Fähigkeit der Mammutbäume (Sequoias) nachweisen können, sich dem Klima in Deutschland anpassen zu können. Gerade dieser Baums wächst schnell, sein Holz verfault nicht und seine Rinde ist feuerfest. Die Forschungsergebnisse sind im renommierten Fachmagazin „Springer Nature“ veröffentlicht.

    Die Wissenschaftler halten Sequoia für einen sehr aussichtsreichen Baum für die Holzindustrie. Weil er aber wärmebedürftig ist, war das bisher ein Hindernis für seine Verbreitung außerhalb seines natürlichen Verbreitungsraums – der US-amerikanischen Pazifikküste.

    Um die Anpassungsfähigkeit Sequoias in anderen Lebensräumen zu überprüfen, wo das Klima kälter als in Kalifornien ist, wurde ein Experiment organisiert: Sequoia wurde in einem Labor gepflanzt, wo die Temperatur und andere Klimabedingungen (Beleuchtung, Feuchtigkeit usw.) imitiert wurden, die für verschiedene Regionen Deutschlands typisch sind.

    Professor Konstantin Krutowski von der Göttinger Universität, der gleichzeitig ein Labor für Forstgenetik an der Sibirischen Föderalen Universität leitet, erläuterte, dass es durchaus möglich sei, bestimmte Genotypen der Baumgattung Sequoias zu selektieren, die in Westeuropa gepflanzt werden könnten.

    „Wir haben das Verhalten von Sequoia-Klonen mit verschiedenen Genotypen bei niedrigen Temperaturen analysiert: die totale Ribonukleinsäure (RNA) sequenziert und ihre differenzielle Expression erforscht. Eine der wichtigsten Aufgaben war, auch ein Referenz-Transkriptom (Gesamtheit von RNA-Molekülen, die bei der Übertragung von genetischen Informationen von der DNA auf die RNA) zu bekommen“, so Experte Krutowski.

    Der Professor verwies darauf, dass seine Göttinger Kollegen bei den Forschungen eine große Menge von Genomdaten erhalten haben, bei deren Bearbeitung ihnen Mitarbeiter des Supercomputer-Zentrums der Sibirischen Föderalen Universität in Krasnojarsk geholfen haben.

    Im Rahmen des Experiments wurden mehrere Hunderttausende Sequoia-Gene erforscht und ein Transkriptom aus mehr als 600 000 einzigartigen Transkripten gesammelt, die eine umfassende Analyse der Expression (des Umwandlungsprozesses der Geninformationen in der RNA) ermöglichen.

    Professor Krutowski zeigte sich überzeugt, dass wegen der globalen Klimaerwärmung neue Gebiete in Europa (möglicherweise sogar in Russland) für die Mammutbaum-Anpflanzung geeignet sein könnten, vor allem wenn es den Forschern gelinge, kälteresistente Klone zu finden.

    Nach seinen Worten könnten sich die Mammutbäume vegetativ vermehren: Aus Wurzeln und Stümpfen wachsen neue Bäume. Das ermöglicht die Vermehrung von Sequoia-Genotypen und -Klonen.

    „Sequoia ist ein lebendes Fossil: Diese Bäume hatte es auf riesigen Territorien noch Dutzende Millionen Jahre vor den Dinosauriern gegeben. Das ist einer der größten, höchsten und langlebigsten Organismen auf dieser Welt: Bei einer Höhe von mehr als 100 Metern kann ein Baum mehr als 1000 Tonnen schwer sein. Und die ältesten Sequoias sind mehr als 2000 Jahre alt“, betonte der Experte.

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    Tags:
    Göttingen, Natur, Umwelt, Wald, Deutschland