22:16 18 September 2020
SNA Radio
    Wissen
    Zum Kurzlink
    0 671
    Abonnieren

    Ein Forscherteam der Polytechnischen Universität Tomsk in Westsibirien hat eine Technik zur Schaffung von künstlichen Blutgefäßen entwickelt, die die Behandlung von Thrombosen kostengünstiger und leichter zugänglich machen soll. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Studie in der Fachzeitschrift „Applied Surface Science“.

    Künstliche Gefäße sind bei der Behandlung von akuten Thrombosen gefragt. Falls es nicht mehr möglich ist, die Funktionsfähigkeit eines Gefäßes mit Hilfe von Medikamenten oder chirurgisch wiederherzustellen, wird der betroffene Abschnitt entfernt und durch ein künstliches Implantat aus Polycaprolacton oder einem anderen biokompatiblen Material ersetzt.

    „Der Hauptvorteil unserer Transplantate ist, dass ihre äußere Oberfläche gut mit Wasser benetzt wird, so dass sie leicht im Körper einheilen, während die innere Oberfläche im Gegenteil nicht benetzt wird, was einen optimalen Blutfluss gewährleistet“, sagte Jewgeni Bolbasow vom Labor „Plasma-Hybrid-Systeme“ der Tomsker Universität.

    Modifizierung von künstlichen Blutgefäßen
    © Foto : TPU / Handout
    Modifizierung von künstlichen Blutgefäßen

    Forscher von der TPU schlugen als erste vor, Gefäßtransplantate aus Polycaprolacton mit Magnetron-Plasma zu bearbeiten und anschließend Hyaluronsäure auf ihrer Oberfläche zu immobilisieren. Dadurch entstehe ein dünnes doppelseitiges Transplantat mit einer hydrophilen (wasseranziehenden) und einer hydrophoben (wasserabstoßenden) Oberfläche.

    Nach Ansicht der Autoren gewährleistet dies gleichzeitig zwei Hauptmerkmale von Transplantaten: eine hochwertige Integration des Materials in das Gewebe des Patienten und eine hohe Dichtigkeit.

    „Die Einzigartigkeit der neuen einheimischen Technologie ist, dass sie viel einfacher und um 90 Prozent kostengünstiger ist als die bestehenden Methoden zur Herstellung von künstlichen Gefäßen“, sagte der Leiter des Labors „Plasma-Hybrid-Systeme“ der Universität, Sergej Twerdochlebow.

    Um die Einheilung von implantierten Transplantaten zu verbessern, würden heutzutage hochkomplexe Aufbereitungsverfahren und teure Präparate eingesetzt. Nach Ansicht der Tomsker Wissenschaftler lassen die mechanischen und funktionellen Eigenschaften solcher Gefäße jedoch noch viel zu wünschen übrig. Die Entwicklung der TPU habe diese Mängel nicht.

    Künftig will das Forschungsteam zusammen mit Spezialisten des Tomsker Forschungsinstituts für Kardiologie die medizinischen und biologischen Eigenschaften der entwickelten Transplantate an lebendem Gewebe testen.

    asch/sna/sb

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    „Machen uns sehr angreifbar“: CSU-Urgestein und Rechtsanwalt Gauweiler zum Fall Nawalny – Exklusiv
    Fall Nawalny: Deutsche Eliten und „Ausdruck eines Niedergangs“ – Experte Fischer knallhart
    Fall Nawalny: Deutschland und OPCW weichen Antworten auf Russlands Fragen aus – Lawrow
    Tags:
    Forscher-Team, Forscher, Implantat, Transplantation, Gefäße, Polytechnische Universität Tomsk, Tomsk, Russland