06:03 21 September 2020
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    Japanische Wissenschaftler um Kentaro Terada, Professor für naturwissenschaftliche Forschung an der Universität Osaka, haben entdeckt, dass der Grund für die Vielfalt des Lebens auf der Erde - der starke Anstieg des Phosphorgehalts - außerirdischen Ursprungs ist.

    Was war vor 800 Millionen Jahren auf unserem Planeten passiert? Und wie hängt es mit der Entstehung verschiedener Arten von Lebewesen zusammen? Professor Terada ist im Gespräch mit RIA Novosti darauf eingegangen.

    Zunächst fanden die Forscher anhand von Daten der japanischen Mondsonde „Kaguya“ heraus, dass die Krater auf dem Mond vor 800 Millionen Jahren entstanden, nachdem Weltraumkörper mit einer Größe von bis zu zehn Kilometern - Fragmente eines großen Asteroiden - in einem begrenzten Zeitraum auf seiner Oberfläche einschlugen.

    Wissenschaftler vertreten die Ansicht, dass zu jener Zeit auf der Erde dasselbe passiert war: Vor 800 Millionen Jahren seien insgesamt etwa 40 Billionen Tonnen Raumkörper auf dem Mond und auf der Erde eingeschlagen. Auf dem Mond habe dies zur Bildung von Kratern geführt, auf der Erde aber, wo es bereits die einfachsten Lebensformen gab, seien die Folgen viel schwerwiegender gewesen, hieß es.

    „Wenn wir die Intensität vergleichen, mit der die Asteroiden auf dem Mond und der Erde einschlugen, dann war dieser 'Asteroidenschauer' auf der Erde 20-mal stärker. 2017 wies eine Gruppe von Wissenschaftlern um Chris Reinhard darauf hin, dass ein starker - vierfacher - Anstieg der Phosphorkonzentration vor 750-800 Millionen Jahren im Meer die Entwicklung der Vielfalt des Lebens auf der Erde stimuliert haben könnte“, sagte Terada.

    Er gab an, dass die Qualität und Quantität der Himmelskörper, die die Erde trafen, bekannt sei. Sicher sei es auch, dass eine große Menge Phosphor aus der außerirdischen Welt in den Ozean gelangt sei.

    „Die Menge war mehr als zehnmal höher als die, die zu jener Zeit im Ozean vorhanden war. Wir können zuversichtlich sagen, dass sich die Meeresumwelt dadurch verändert hat“, so der Forscher.

    Er bemerkte, dass jetzt teilweise ein ähnliches Phänomen beobachtet werden könne - die sogenannten Roten Gezeiten - ein übermäßiges Wachstum von Meeresplankton, das durch die Nährstoffzufuhr aufgrund eines Anstiegs des Stickstoff- und Phosphorgehalts verursacht werde.

    „Bis jetzt wurde allgemein angenommen, dass es vor 700 Millionen Jahren wenig Phosphor im Ozean gab, aber viel davon an Land, und dass vor 700-800 Millionen Jahren aufgrund von Verwitterung und vulkanischer Aktivität Phosphor in den Ozean gelangte und eine biologische Evolution sowie eine Vermehrung von Algen stattfand“, hieß es weiter.

    Die Photosynthese habe die Reduzierung von Treibhausgasen - Kohlendioxid in der Atmosphäre - stimuliert. Und dies habe wiederum eine starke Vereisung der Erde verursacht und diese in einen „Schneeball“ verwandelt.

    „Wir bestreiten dieses Szenario nicht. Wir bieten jedoch eine neue Vision, die lautet, dass der starke Anstieg des Phosphorgehalts im Weltmeer außerirdischen Ursprungs war und durch den 'Asteroidenschauer' verursacht wurde“, resümierte Terada.

    Die Forscher gehen davon aus, dass die große Anzahl der Himmelskörper, die die Erde trafen und Phosphor mitbrachten, „die biologische Evolution beeinflusst hatten, obwohl wir nicht mit Sicherheit darüber sprechen können, ob der Einfluss unmittelbar war“.

    pd/mt/sna

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    Ozean, Phosphor, Leben, Grund, Forscher, Erde, Mond, Himmelskörper