04:43 21 September 2020
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    Wie viel CO2 produziert das Land? Diese Frage könnte bald aus dem All beantwortet werden – durch die ESA-Mission CO2M. Durch ihre hohe Auflösung sollen dabei die beiden Satelliten des Unternehmens OHB die Unterscheidung zwischen menschgemachtem und natürlichem CO2 ermöglich. Vorausgesetzt, die Quellen sind groß genug.

    Es waren aufsehenerregende Bilder, die die Europäische Weltraumagentur (ESA) Mitte März mit der Öffentlichkeit teilte. Auf Aufnahmen des Sentinel-5P-Satelliten war der Rückgang von Stickstoffdioxid über Italien im Lockdown-Zustand im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ganz deutlich zu sehen. Später zeigten Daten desselben Satelliten einen umgekehrten Trend bei Methan, der auf die fallenden Preise und die steigenden Verbrennungen und Entlüftungen zurückgeführt wird.

    Doch die ESA will im Rahmen des Copernicus-Erdbeobachtungsprogramms auch das am stärksten betonte Molekül in der Klimadebatte beleuchten: Kohlenstoffdioxid. Dafür hat es mit dem Unternehmen für Weltraumtechnologien OHB in Bremen einen Vertrag über zwei neue Satelliten abgeschlossen, die global CO2-Emissionen erfassen sollen. Die entsprechende Mission trägt den Namen „CO2M“.

    „Die CO2-Mission wird imstande sein, anthropogenes von natürlichem CO2 zu unterscheiden“, erklärt Josef Aschbacher, Geschäftsführer für Erdbeobachtungsstudien bei der ESA, im Sputnik-Interview. Anthropogen heißt menschgemacht und ist das Mehr an CO2, das Klimaforscher interessiert, und das entscheidend ist, um den menschlichen Einfluss auf das Klima genauer zu bestimmen.

    Mit einer Auflösung von zwei mal zwei Kilometern sollen die beiden Spektrometer der Satelliten eine Unterscheidung von natürlichen und menschlichen CO2-Quellen ermöglichen. Zwar können sie nicht zwischen den einzelnen Atmosphärenschichten unterscheiden, doch eine erhöhte Konzentration in der gesamten Luftsäule ist „ein wichtiger Indikator für die Treibhausgase, die auch vom Boden ausgestoßen werden“, so Aschbacher. Voraussetzung für eine Sichtung ist eine gewisse Größe der Quellen. Insbesondere geht es hier also um Emissionen von großen Ballungsräumen oder größeren Industrieanlagen.

    Die gesammelten Daten werden zum einen für die Verbesserung von Klimamodellen nützlich sein. „Das wird nach wie vor für die Wissenschaft und Klimaforschung eine wichtige Datenquelle werden“, findet Aschbacher. Nutzen können sie aber auch Ländern, die am Pariser Abkommen teilnehmen, denn hier können sie in größerem Maßstab sehen, welche CO2-Werte ihre Industrie und Ballungsräume produzieren.

    Das Interview mit Josef Aschbacher zum Nachhören:

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    Tags:
    Umweltschutz, Planet, ESA, CO2, CO2-Emissionen