12:15 24 Oktober 2020
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    Trotz weiter moderat steigender Zahlen von positiven Coronatests in Deutschland gehen die Todeszahlen kontinuierlich zurück. Das gibt Virologen ein Rätsel auf: Mehr Erkrankungen und weniger Opfer? Ein Forscher der Uniklinik Essen hält es nun für möglich, dass das Coronavirus mutiert ist und die vorher verkündete Gefährlichkeit immer weiter abnimmt.

    Täglich warnen Robert Koch Institut und Politiker von Bund und Ländern vor wieder ansteigenden Neuinfektionen. Ebenso überzeugt gehen diese Akteure weiterhin davon aus, dass die Corona-Pandemie erst beendet sein wird, wenn ein Impfstoff in ausreichenden Mengen verfügbar sein wird. Doch die Entwicklung der Todeszahlen durch oder mit Covid-19 steht dem entgegen. Denn diese sind rückläufig, was im krassen Gegensatz zu den bisher öffentlichen Warnungen steht. Einen Erklärungsansatz liefert nun ein Mediziner aus dem Ruhrgebiet.

    Eine „Corona-Erkältung“?

    Der Leiter des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Essen, Prof. Dr. Ulf Dittmer, sieht eine mögliche Trendwende. Der Forscher hält es für möglich, dass die nur noch wenigen Covid-19-Toten auf eine Mutation des Virus hindeuten. Gegenüber der „Bild“ erklärte Dittmer:

    „Es gibt tatsächlich Hinweise darauf, dass sich das Virus abschwächt. Und es könnte auch sein, dass das Virus im Zuge der Veränderungen irgendwann nur noch eine Erkältung oder einen Schnupfen auslöst.“

    Schon länger ist bekannt, dass Coronaviren leicht mutieren können, dies war in abgeschwächter Form bereits bei Sars-CoV-2 beobachtet worden. Ein Indiz für eine weitere Veränderung des Virus ist laut Dittmer auch die immer häufiger auftretende Störung der Geschmacks- und Geruchsfähigkeit als Symptom bei leichten Covid-19-Erkrankungen. Dies würde „evolutionstechnisch“ Sinn ergeben, so der Virologe:

    „Das Virus möchte nicht in den Tiefen der Atemwege festsitzen, sondern lieber weiter nach oben wandern, in die oberen Atemwege, weil es sich von dort aus besser verbreiten kann.“

    Verbunden mit einer Viruslast hauptsächlich in den oberen Atemwegen sei auch ein milderer Krankheitsverlauf. Das Coronavirus sei dadurch abgeschwächt und weitaus weniger gefährlich für die eigene Gesundheit. Eine entsprechende Untersuchung über solch eine Veränderung des Erregers gibt es derzeit aber noch nicht.

    Die Zahlen schrumpfen…

    Wenngleich die meisten Medien und Politiker auf die aktuell steigenden Corona-Fallzahlen aufmerksam machen, ist die Entwicklung der Todeszahlen im Zusammenhang mit Corona in Deutschland nicht weniger auffällig. Wie das Robert Koch Institut in seinen täglichen Lageberichten verzeichnet, war die Mortalitätsrate zuletzt bemerkenswert gering: So habe es laut RKI am vergangenen Dienstag deutschlandweit vier „Corona-Tote“ gegeben, am Montag lediglich einen Fall und am vorausgegangenen Sonntag sogar null Menschen, die an oder mit Covid-19 verstorben seien. Insgesamt wurden hierzulande laut RKI in den vergangenen sieben Tagen (12.-18. August) in diesem Zusammenhang 35 Tote gemeldet. Zum Vergleich: Die generelle Sterblichkeitsrate liegt in Deutschland bei rund 16.000 bis 22.000 Personen wöchentlich.

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    Tags:
    Deutschland, Rätsel, Tote, Schnupfen, Erkältung, Grippe, Coronavirus