20:36 24 November 2020
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    Ein Forscherteam um das britische Biotechnologie-Unternehmen Oxitec hat 750 Millionen gentechnisch veränderte Mücken im US-Bundesstaat Florida ins Freie ausgesetzt, berichtet der Nachrichtensender CNN am Donnerstag.

    Bei dem im Mai von der Umweltschutzbehörde genehmigten Pilotprojekt wollen die Forscher prüfen, ob eine gentechnisch veränderte Mücke eine Alternative zum Versprühen von Insektiziden zur Bekämpfung der Aedes aegypti darstellt.

    "Ägyptische" Mücken übertragen tödliche Erreger

    Es geht um eine Mückenart, die verschiedene tödliche Krankheiten wie Zika, Dengue-Fieber, Chikungunya und Gelbfieber überträgt, heißt es in dem Beitrag.

    Oxitec hatte sich etwa zehn Jahre lang um diese Genehmigung bemüht. Die Insekten wurden auf der Inselkette Florida Keys ausgesetzt.

    Weibchen sterben noch im Larvenstadium

    Die Mücke mit dem Namen OX5034 wurde verändert, um weibliche Nachkommen zu produzieren, die im Larvenstadium sterben, lange bevor sie schlüpfen und groß genug werden, um zu stechen und Krankheiten zu verbreiten. Nur die weibliche Mücke beißt nach Blut, das sie braucht, um ihre Eier reifen zu lassen. Die männlichen Mücken ernähren sich ausschließlich von Nektar und sind daher keine Krankheitsüberträger.

    Befruchtete Weibchen haben keine Nachkommen

    Früheren Berichten zufolge hatte Oxitec bereits vor der Zika-Epidemie im Norden Brasiliens Mückenmännchen gentechnisch verändert und wieder ausgesetzt. Pflanzten sich die gezüchteten Mücken mit freilebenden Weibchen fort, starben deren Nachkommen bereits im Larven- oder Puppenstadium.

    Umweltexperten warnen vor möglichen schweren Folgen

    Zwar sollen die Mücken-Populationen in den Freilandversuchen um bis zu 80 Prozent dezimiert worden sein. Doch Kritiker hatten schon damals angemerkt, dass der Eingriff ins Ökosystem Risiken berge. Möglicherweise könnten sich das Todesgen bei einigen Mücken wieder abschalten oder Mutationen einen Einfluss haben.

    am/gs

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    Tags:
    Florida, Experiment, Mücken, Gentechnologie, Forscher-Team, Großbritannien, USA