16:13 30 November 2020
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    Sputnik hat Reaktionen ausländischer Experten auf den russischen Coronavirus-Impfstoff „Sputnik V” zusammengefasst.

    Die israelische Immunologin Polina Stepensky, Chefin der Abteilung für Knochenmarktransplantation und Immunotherapie beim Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem, lobte in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der Agentur RIA Novosti die Arbeit russischer Mediziner.

    „Das erste, was man Russlands Forschern und Ärzten sagen sollte, ist ‚Bravo!‘.“

    Die Entwicklung des Impfstoffes sei ehrenwert. Stepensky würde sich mit „Sputnik V” ohne jedes Bedenken impfen lassen und habe eine Bitte an den Leiter des Russischen Fonds für Direktinvestitionen, Kirill Dmitrijew, gerichtet, damit das Hadassah-Center an den klinischen Tests des Impfstoffes teilnehme.

    „Sowohl als Ärztin als auch als Wissenschaftlerin denke ich, dass sie (die russischen Forscher – Anm. d. Red.) etwas wirklich Ausgezeichnetes geschaffen und einen großen wissenschaftlichen Durchbruch erreicht haben.“

    Während einer Online-Pressekonferenz am Mittwoch habe Zhong Nanshan, Direktor des Guangzhou-Forschungsinstituts der Atemwegserkrankungen, den vom Gamaleya-Zentrum für Epidemiologie und Mikrobiologie entwickelten Impfstoff gewürdigt, gab die russische Botschaft in Peking bekannt.

    „Zhong Nanshan hob hervor, dass der russische adenovirale Impfstoff sicher sei, und brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass die klinische Prüfung erfolgreich durchlaufen werde.“

    Auf Adenovirus-Vektoren basierende Impfung

    Der Impfstoff basiert auf dem Prinzip der viralen Vektoren, welches folgendermaßen funktioniert: Auf einem für Menschen harmlosen deaktivierten Adenovirus wird – ähnlich wie auf eine Trägerrakete – ein Stück Coronavirus angebracht. Nach der Impfung entsteht eine Immunabwehr – sowohl gegen das Adeno- als auch das Coronavirus.

    Viele Wissenschaftler bezeichneten den auf Adenovirus-Vektoren basierenden Impfstoff als sicher und möglicherweise die beste Chance der Gesellschaft, zur Normalität zurückzukehren.

    „Ich denke, es gibt genug allgemeines Hintergrundwissen über rekombinante Impfstoffe auf der Basis von Adenoviren, um vorauszusetzen, dass der Impfstoff bei der üblichen Dosierung sicher sein wird“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters  am Donnerstag den Professor für Virologie an der britischen Universität Reading, Ian Jones.

    Auch Professorin Hildegund Ertl vom Zentrum für Impfstoff- und Immuntherapie am Wistar Institut in Philadelphia bezeichnete einem früheren Bericht der American Chemical Society zufolge die Adenovirus-Vektoren als „aussichtsreichste Plattform“ für eine Corona-Vakzine.

    Wirksamkeit und Preis

    Der Mitgründer der indischen Organisation „Swadeshi Jagaran Manch“, Ashwani Mahajan, forderte gegenüber Sputnik International, dass die Angaben zur Wirksamkeit des russischen Impfstoffes veröffentlicht werden. Erst dann würde die Welt das Medikament akzeptieren. Er rief allerdings zu einer weltweiten Unterstützung der Bemühungen der russischen Mediziner auf.

    „Wir werden den russische Impfstoff nicht blind unterstützen. Was wir aber im Prinzip sagen, ist, dass sowohl die Wirksamkeit als auch der Preis des Impfstoffes in Betracht gezogen werden sollen.“

    Nach der Effizienz seien die Kosten ein wichtiger Punkt. Aus Mahajans Sicht würde der vom Gamaleya-Zentrum entwickelte Impfstoff in beiden diesen Aspekten „den Test bestehen“.

    Dass weltweit an vielen Coronavirus-Impfstoffen gearbeitet werde, schätzte Mahajan positiv ein. Zuvor sei oft nur ein Impfstoff produziert worden, was zu einer Monopolisierung geführt habe. Bei einem Corona-Impfstoff werde ein Monopol nun aber unmöglich sein.

    „Sputnik V”

    Am 11. August hatte der russische Präsident Wladimir Putin mitgeteilt, dass Russland als erstes Land einen Impfstoff gegen das Coronavirus registriert habe.

    Das Präparat unter dem Namen „Sputnik V” ist eine Lösung für die intramuskuläre Infusion. Der Impfstoff soll in zwei Etappen mit einem Intervall von drei Wochen verabreicht werden. Diese Methode wird es laut dem russischen Gesundheitsministerium ermöglichen, eine Immunität zu bilden, die bis zu zwei Jahre anhalten soll.

    Nach Angaben von Kirill Dmitrijew sind bereits Anträge aus 20 Ländern für den Kauf von insgesamt einer Milliarde Impfdosen eingereicht worden. Inzwischen habe man die Herstellung des in Russland entwickelten Corona-Impfstoffes in fünf Ländern vereinbart.

    mo/mt/sna/rtr

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