21:06 19 September 2020
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    Eine japanische Expedition hat in der östlichen Antarktis einen Ort festgestellt, wo das Eis erstaunlich schnell schmilzt, gab die Hokkaido-University auf ihrer offiziellen Webseite bekannt. Die Ergebnisse der Recherche erschienen am Montag in der Fachzeitschrift „Nature Communications“.

    Der sogenannte Hotspot befindet sich demnach unter dem Shirase-Gletscher und steht im Zusammenhang mit dem anhaltenden Zufluss warmen Seewassers in die Lützow-Holm-Bucht.

    Das Eis direkt unter der Gletscherzunge – dem nach vorn schmaler werdenden Ende des Shirase-Gletschers – taue mit einer Geschwindigkeit von sieben bis 16 Metern pro Jahr ab, zitiert die Uni den Studie-Leiter, Daisuke Hirano.

    „Das gleicht oder übertrifft möglicherweise sogar die Schmelzrate unter dem Totten-Schelfeis. Man dachte ursprünglich, dass die dortige Schmelzrate von zehn bis elf Metern pro Jahr die höchste in der Ostantarktis sei.“

    Warmes Wasser fließe eine tiefe Ozeanrinne entlang in die Lützow-Holm-Bucht und fließe dann nach oben die Basis der Gletscherzunge entlang, erklärt die Universität unter Berufung auf die Recherche. Als Ergebnis wird die Basis der Shirase-Gletscherzunge erwärmt und schmilzt ab.

    Neue Daten für Klimaprognosen

    Das Abschmelzen findet ganzjährlich statt, wird aber von östlichen küstenparallelen Winden beeinflusst. Wenn die Winde im Sommer nachlassen, wächst die Schmelzgeschwindigkeit. Die japanischen Wissenschaftler wollen diese Angaben bei künftigen Modellrechnungen miteinbeziehen, um Meeresspiegelschwankungen und Klimawandel genauer vorhersagen zu können.

    mo/mt

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    Tags:
    Antarktis