15:14 19 September 2020
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    Der Chef der US-Hygieneaufsichtsbehörde für Lebensmittel und Medikamente (FDA), Dr. Stephen Hahn, ist bereit, dem Impfstoff gegen das Coronavirus noch vor dem Abschluss der dritten Testphase grünes Licht zu geben, wenn der Vorteil mögliche Risiken überwiegen sollte. Das sagte er in einem Interview mit der „Financial Times“.

    In den USA laufen derzeit klinische Tests an Impfstoffen gegen das Coronavirus, die von Unternehmen wie Moderna, Pfizer und AstraZeneca entwickelt wurden. Zuvor sagte US-Präsident Donald Trump, dass der Impfstoff gegen Covid-19 zu den Präsidentenwahlen am 3. November in den USA fertiggestellt werden könne.

    Hahn sei bereit, den festgelegten Prozess der Impfstoffzulassung zu umgehen, aber nicht etwa, um Trump einen Gefallen zu tun, heißt es.

    „Es hängt vom Sponsoren (dem Impfstoffentwickler) ab, ob er einen Autorisierungs- oder Zulassungsantrag stellt, und wir werden dann ein Expertengutachten anhand des Antrages erstellen. Wenn das noch vor dem Abschluss der dritten Phase getan werden sollte, werden wir dies als gerechtfertigt betrachten. Wir können das aber auch ungerechtfertigt finden und eine Entscheidung dazu treffen“, so Hahn.

    Es bestehe eine gefahrenlose Methode, den Impfstoff noch vor dem Abschluss der Tests für die Bevölkerung zugänglich zu machen, so beispielsweise, eine dringende Genehmigung der Impfstoffverwendung für gewisse Bevölkerungsgruppen zu erteilen.

    „Unsere dringende Genehmigung ist nicht einer breiten Zulassung gleich. Die gesetzliche, medizinische und wissenschaftliche Norm dafür beruht auf dem Umstand, dass in einer außerordentlichen Situation der Vorteil Risiken auf dem Gebiet des gesellschaftlichen Gesundheitswesen überwiegt“, sagte Hahn. „Das soll keine politische Entscheidung sein“, fügte er hinzu.

    Wie der Chef des Apparates des Weißen Hauses, Mark Meadows, zuvor erklärte, werden die USA die Ergebnisse der Erprobung eines russischen Impfstoffes gegen das Coronavirus nicht akzeptieren. Die USA besäßen FDA-Protokolle und „die weltweit höchsten Standards auf dem Gebiet des Gesundheitswesens und der Sicherheit“, an denen sie festhielten.

    Wie Trump im August erklärte, hofft er, dass der russische Impfstoff effektiv sein werde. Der US-Präsident merkte zugleich an, dass Russland auf „einige Forschungen verzichtet“ habe, während die USA es für wichtig hielten, den gesamten „Prozess“ zu durchlaufen.

    Das russische Gesundheitsministerium hat als weltweit erstes Land einen Impfstoff zur Vorbeugung von Covid-19 registriert, der vom Gamaleya-Zentrum entwickelt worden war und nun in Gemeinschaft mit dem Russischen Fonds für Direktinvestitionen hergestellt wird.

    ls/mt

     

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    Bank Russlands, Russland, US-Gesundheitsbehörde FDA, Donald Trump, USA