16:52 25 September 2020
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    Russische Forscher haben einen Weg zur Entwicklung von chemischen Verbindungen gefunden, die die Basis für neue effiziente Mittel gegen verbreitete Krankheiten bilden könnten, die von Bakterien und Pilzen ausgelöst werden. Das teilte der Pressedienst der Staatlichen Universität Südural in Tscheljabinsk mit.

    Zwar gibt es in der Welt jede Menge Antibiotika und Anti-Pilz-Medikamente, aber Forscher aus verschiedenen Ländern setzen die Suche nach neuen Mitteln fort. Diese Untersuchungen stehen vor allem in Zusammenhang mit der Resistenzfähigkeit der Mikroben gegen heutige Arzneien.

    Jetzt ist es Experten der russischen Universität Südural und ihren Kollegen vom Institut für organische Chemie bei der Russischen Akademie der Wissenschaften sowie aus anderen Ländern gelungen, neue chemische Verbindungen zu entwickeln, die die Verbreitung von Viren und Pilzen hemmen.

    „Diese Forschung wurde zu einem wichtigen Schritt zur Optimierung von Anti-Viren- und Anti-Pilz-Verbindungen“, so der Pressedienst der Universität.

    Die Ergebnisse der Forschungen wurden im renommierten Fachmagazin „Antibiotics“ veröffentlicht.

    Für die Arbeit an neuen Medikamenten entschieden sich die Forscher für Verbindungsklassen so genannter heterozyklischer Azole, die bisher nicht erforscht wurden. Sie entwickelten eine beispiellos hochpräzise (selektive) Methode zum Ersatz von Schwefelatomen durch Selenatome in solchen Stoffen und bekamen eine ganze Reihe von Verbindungen unter 1,2,3-Tiaselenazolen, die bisher nie erforscht wurden.

    „Die fundamentale Basis dieser Vorgehensweise bildeten die von uns entdeckte Reaktion auf den Ersatz des Schwefelatoms durch das Selenatom in schwefelhaltigen Heterozyklen sowie die Entwicklung von neuen Klassen, in deren Molekülen aneinander gebundene Schwefel- und Selenatome enthalten sind“, erläuterte Professor Oleg Ratikin von der Universität Südural, der zu den Teilnehmern der Untersuchungen gehörte.

    Seine ausländischen Kollegen entdeckten in 1,2,3-Tiaselenazolen solche Verbindungen, die mindertoxisch, dabei aber selbst in sehr geringen Mengen hochaktiv sind. Es stellte sich heraus, dass solche Stoffe Krankheitserregern aktiv widerstehen, unter anderem dem Staphylococcus aureus.

    „Diese Ergebnisse machen einen wichtigen Schritt zur Entwicklung der medizinischen Chemie aus, und zwar durch Optimierung von Anti-Mikroben-Verbindungen mit dem Potenzial zur Bekämpfung von resistenten Bakterien- und Pilzinfektionen. Aktuell konzentrieren wir uns auf die Suche nach optimalen Strukturen für jede Art von Erkrankungen. Die Bedeutung unserer Forschungen besteht darin, dass dieselben Medikamente bei der Behandlung von verschiedenen Typen der Erkrankungen (Pilzen, Mikroben, HIV, Krebs usw.) eingesetzt werden können, so dass ihre Entwicklung auch aus praktischer Sicht aussichtsreich ist“, erläuterte Rakitin.

    Künftig wollen die Forscher die Wirkung von synthetisierten Verbindungen zwecks Bekämpfung von Erkrankungen mit ähnlichen Behandlungsmechanismen analysieren. Darüber hinaus werde auch die Suche nach neuen Derivaten von 1,2,3-Tiaselenazolen als effizienten Anti-Virus-Mitteln fortgesetzt werden, heißt es in der Mitteilung.

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    Tags:
    Pilze, Russische Akademie der Wissenschaften, Russland, Viren