05:01 21 September 2020
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    Mit dem größten europäischen Teleskop GREGOR ist es Wissenschaftlern und Ingenieuren des Leibniz-Instituts für Sonnenphysik (KIS) mit Sitz in Freiburg gelungen, einzigartige Bilder der Sonne aufzunehmen. Dies gab die Einrichtung in einer Pressemitteilung bekannt.

    Das Team um Dr. Lucia Kleint führte demnach eine umfassende Neugestaltung der Optik des Sonnenteleskops durch, das von einem deutschen Konsortium betrieben wird und sich am Teide Observatorium in Spanien befindet.

    Eine technische Beschreibung des Redesigns machten die Forscher in einem Artikel publik, der am Dienstag in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ erschien.

    „Dies war ein sehr aufregendes, aber auch äußerst herausforderndes Projekt. In nur einem Jahr haben wir Optik, Mechanik und Elektronik komplett neu gestaltet, um die bestmögliche Bildqualität zu erzielen“, so Kleint.

    Neue Möglichkeiten nach Verbesserungen

    Nun kann die Sonne laut dem Institut von Europa aus mit einer höheren Auflösung als je zuvor beobachtet werden. Es sei möglich, Magnetfelder, Konvektion, Turbulenzen, Sonneneruptionen und Sonnenflecken detailliert zu untersuchen. Erste Bilder, die im Juli 2020 aufgenommen worden seien, zeigen demnach „erstaunliche Details“ der Sonnenfleckenentwicklung und komplizierter Strukturen im Solarplasma.

    „Mit dem GREGOR-Teleskop können Wissenschaftler Details von nur 50 km auf der Sonne auflösen, was einem winzigen Bruchteil des Sonnendurchmessers von 1,4 Millionen km entspricht. Dies ist, als würde man eine Nadel auf einem Fußballfeld aus einer Entfernung von einem Kilometer perfekt scharf sehen.“
    Ein Sonnenfleck in höchster Auflösung, beobachtet mit dem GREGOR Teleskop bei einer Wellenlänge von 430 nm.
    Ein Sonnenfleck in höchster Auflösung, beobachtet mit dem GREGOR Teleskop bei einer Wellenlänge von 430 nm.

    „Riskantes“ Projekt

    Dr. Svetlana Berdyugina, Professorin an der Albert-Ludwig-Universität Freiburg und KIS-Direktorin, bezeichnete das Projekt als „ziemlich riskant“. In der Regel dauern solche Teleskop-Umbauten Jahre.

    „Aber die großartige Teamarbeit und die sorgfältige Planung haben zu diesem Erfolg geführt. Jetzt haben wir ein mächtiges Instrument, um Rätsel auf der Sonne zu lösen“, zitiert das Institut die Wissenschaftlerin.

    Der Einrichtung in Freiburg zufolge könne man anhand der Bilder den Magnetismus auf der Sonne untersuchen, ihren Einfluss auf die Erde verstehen und somit Schäden an Satelliten und technologischer Infrastruktur minimieren.

    mo/mt

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