11:42 29 September 2020
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    Einer der hochrangigen Techniker des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR hat seine Autobiographie veröffentlicht. Darin berichtet Günter Pelzl über seinen Lebensweg bis heute und über seine frühere Arbeit als „Meisterfälscher“. Sputnik hat mit ihm darüber gesprochen. In Teil 2 geht es unter anderem um die Sowjetunion und die Gegenwart.

    „Meisterfälscher“ des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR – so haben Journalisten und das Berliner Spionagemuseum Günter Pelzl genannt. Eigentlich ist der heute 72-Jährige Chemiker und arbeitete als solcher seit 1976 für den „Operativ-Technischen Sektor“ (OTS) des MfS. Dort stellte er für den DDR-Auslandsgeheimdienst, die Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) des MfS, notwendige Dokumente her, damit die DDR-Agenten, die „Kundschafter des Friedens“, unerkannt im Westen eingesetzt werden konnten.

    Pelzl erinnerte sich im Gespräch an manche Begleitumstände der Arbeit. Er nannte ein Beispiel:

    „Sämtliche Geheimdienst-Dienststellen in Westberlin und anderswo wussten, wo wir saßen: in Hohenschönhausen, in der Rödernstraße. Auf der einen Seite war der Friedhof, auf der anderen der Orankesee. Es war durch entsprechende Abkommen den alliierten Militärmissionen gestattet, in der DDR und in Ostberlin mit speziell gekennzeichneten Autos herumzufahren. Das machten die zuständigen Dienste der Sowjetunion in Westberlin genauso. Das nutzten die westlichen Missionen aus und fuhren oft an unserem Objekt vorbei, um nach dem Rechten zu sehen. Wir wussten natürlich auch, dass sie mit technischen Mitteln in der Lage waren, von der Straße aus unsere Computer einzusehen. Dagegen mussten wir etwas unternehmen.“

    Mehrmals in der Woche sei ein altes Flugzeug ganz langsam über das Objekt der „Abteilung 35“ geflogen, das irgendwelche Post nach Westberlin brachte. „Das hätte viel schneller sein können, aber die Maschine flog deshalb so langsam, damit sie dabei von oben Aufnahmen machen konnten“, so Plezl. „Wir haben oft gewitzelt: Die Amerikaner wissen eher, dass wir gerade ein Loch ausgebuddelt haben als unsere Vorgesetzten vom OTS, weil die das heute früh schon fotografiert haben und wir müssen erst drei Seiten Berichte schreiben.“

    Unter Beobachtung

    Die westlichen Dienste hätten seine Abteilung beobachtet, weiß Pelzl. „Auf der anderen Seite waren auch Fachleute und keine Märchenerzähler.“ Er habe nach der „Wende“ mit einigen dieser Fachleute gesprochen und sich ohne ideologischen Ballast mit ihnen über viele Dinge unterhalten.

    • Cover: Eine nie aktiv genutzte Kopie
      Cover: Eine nie aktiv genutzte Kopie
      © Foto : Günter Pelzl
    • Fototechnik in der Abteilung 35
      Fototechnik in der "Abteilung 35"
      © Foto : Günter Pelzl
    • Ein Labor in der Abteilung 35
      Ein Labor in der "Abteilung 35"
      © Foto : Günter Pelzl
    • Die Abteilung 35 in Berlin-Hohenschönhausen, 1990
      Die "Abteilung 35" in Berlin-Hohenschönhausen, 1990
      © Foto : Günter Pelzl
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    © Foto : Günter Pelzl
    Cover: Eine nie aktiv genutzte Kopie

    Pelzl berichtete, dass Aufträge aus Moskau nicht direkt an seine Abteilung gingen, sondern über den Dienstweg kamen. Die KGB-Führung habe sich in solchen Fällen an die MfS-Führung gewandt und gebeten, für verschiedene Zwecke notwendige Dokumente zu liefern. Die hergestellten Ausweise seien dann über die HVA weitergegeben worden. Über die genauen jeweiligen Hintergründe, was mit den Dokumenten gemacht wurde, habe seine Abteilung nichts erfahren.

    Er könne mit gutem Gewissen über das reden, was die DDR mit den nachgemachten Dokumenten getan habe. „Bei der Sowjetunion bin ich mir heute nicht mehr so sicher“, ergänzte Pelzl. Er habe nach dem Untergang der DDR viel gelesen, „um herauszufinden, warum es so gekommen ist, wie es gekommen ist“. Dabei sei er auf viele Informationen gestoßen, die das Verhältnis zwischen der Sowjetunion und der DDR in einem anderen Licht erscheinen ließen „als ich das damals gesehen habe“.

    Leere Phrase vom „Bruderbund“

    Aber schon in den 1980er Jahren habe sich trotz aller Reden vom „Bruderbund“ zwischen beiden Ländern gezeigt: „Wenn es konkret wurde, funktionierten nur Anweisungen. Wir haben oft festgestellt, dass das System in der DDR anders funktionierte als das in der Sowjetunion. Es gab den landläufigen Ausdruck vom ‚Kasernenhofkommunismus‘. Wer tiefer blickte, merkte, das war tatsächlich so. Da wurde niemand gebeten, da wurde angewiesen. Das versuchte nicht nur in der DDR-Spätphase offensichtlich die sowjetische Führung mit der DDR-Führung zu machen.“

    Die Entwicklung der Mikroelektronik ist aus Kenntnis von Pelzl ein Beispiel dafür. Die DDR habe nicht nur den einen 1-Megabit-Chip gebraucht, den Erich Honecker stolz präsentierte. „Wir brauchten hunderttausende davon! Doch das war ohne die Sowjetunion nicht zu realisieren. Doch die Sowjetunion sagte: Wir machen das allein, nicht mit euch zusammen! Das war militärisches Gebiet oberster Geheimhaltung.“

    Der frühere MfS-Spezialist ergänzte:

    „Da war die Sowjetunion fast wieder bei 1945: Die Rote Armee stand im Feindesland. Das haben mir auch sowjetische Offiziere gesagt: Wir sind nicht eure Freunde, wir stehen hier in Feindesland. Wenn es zum Krieg mit der Bundesrepublik kommt, müssen unsere Soldaten raus aus den Kasernen und möglicherweise auch hier in der DDR auf den Feind schießen.“

    Daher sei heute verständlich, warum die sowjetischen Soldaten in der DDR immer nur gruppenweise aus der Kaserne herauskamen und nur die Offiziere freien Ausgang hatten. „Man konnte es nicht erlauben, sich in großem Maßstab zu verbrüdern“, stellte Pelzl rückblickend fest. Er fühle sich „nach wie vor als Freund des sowjetischen Volkes“. Aber das habe seine Grenzen – „und mit manchen Leuten möchte ich nicht an einem Tisch sitzen“, sagte er und verwies auf Michail Gorbatschow. „Das war der Konkursverwalter beim Untergang des Sozialistischen Lagers.“

    Kein Grund für Entschuldigung

    Für viele ist bis heute das einstige Ministerium für Staatssicherheit, die „Stasi“, nur der Unterdrückungsapparat, die Geheimpolizei, die die eigene Bevölkerung überwachte. Wer für das MfS arbeitete, egal in welcher Funktion oder in welchem Bereich soll sich für all das stellvertretend entschuldigen, erwarten immer noch einige. In seinem Buch äußert sich Pelzl dazu, ob er als IM Menschen geschadet hat oder nicht.

    Im Gespräch sagte er:

    „Ich entschuldige mich überhaupt nicht, weil: Wer ist der Ankläger? Wofür soll ich mich entschuldigen? Dass es die DDR gegeben hat? Dafür entschuldige ich mich nicht. Das war der einzige, unter den Bedingungen 1945 realisierbare Versuch, etwas dafür zu tun, dass es diesen Nazi-Krieg nicht noch einmal gibt.“

    Er wisse aber auch, „dass viele Fehler gemacht worden sind“. Um die Geschichte zu verstehen, habe er aber 30 Jahre gebraucht und deshalb erst jetzt das Buch geschrieben. Er wende sich gegen jede Abrechnung mit der DDR-Geschichte nach dem Gut-Böse-Schema – „aber genau das macht die Bundesrepublik“.

    Doppelzüngigkeit und „kalter Kaffee“

    Pelzl nannte als Beispiel für die Doppelzüngigkeit den Fall eines durch bundesdeutsche Polizisten hinter seiner Wohnungstür erschossenen Unbeteiligten, als sie nach einem Verbrecher fahndeten. Er kenne keinen solchen Fall aus der Geschichte der DDR-Volkspolizei. Hätte es das gegeben, „würde das Bände über DDR-Unrecht füllen“, kommentierte er. Das Unrecht in der Bundesrepublik werde klaglos hingenommen. „Ich möchte mal wissen warum?“, fragte der Ex-MfS-Chemiker.

    „Die Recht-Unrecht-Debatte ist kalter Kaffee. Die Welt ist nicht schwarz und weiß. Über die Dinge muss man sich konkret unterhalten. Aber das geht nicht in der Form einer Anklage, wo der Angeklagte ständig sagen muss: Mea culpa, mea maxima culpa.“

    Die DDR sei sein Heimatland gewesen, in dem er aufgewachsen und zur Schule gegangen ist, sagte Pelzl auf die Frage, was das untergegangene Land 30 Jahren später für ihn ist. „Alles, was ich bin, bin ich durch die DDR, im Guten oder im Schlechten. Heute muss ich das neu sortieren und für mich selbst eine Art Lebensbilanz ziehen.“ Er fügte noch hinzu: „Die DDR war für mich der einzige vernünftige Entwurf gegen ein Weiter so, wie es die Bundesrepublik nach 1945 gemacht hat.“

    Kein einseitiger Blick zurück

    Von der DDR werde in der Geschichte auch das Positive bleiben, was sie geleistet habe, ist sich Pelzl sicher. „Über das Negative muss man immer wieder reden. Dabei wird man auch hart ins Gericht gehen müssen. Man wird auch mit der Sowjetunion und ihrer Politik hart ins Gericht gehen müssen, selbst wenn viele das noch nicht begriffen haben.“

    Er verwies dabei auf die Vorgänge in Katyn 1940, als das sowjetische NKWD gefangene polnische Militärs ermordete. Das gehört für ihn zu den Schlüsselereignissen, wo ihm klar wurde, „dass das Land, das wir als unser strahlendes Vorbild betrachtet haben, nicht zuletzt in dieser Frage das gesamte sozialistische Lager belogen hat. Mit Lügen kann man keine bessere Welt aufbauen.“

    Zu den positiven Dingen, die aus seiner Sicht von der DDR bleiben werden, zählt der ehemalige MfS-Mann das Menschenbild, das sich langsam in den 40 Jahren der Existenz des Landes entwickelt habe. Dabei sei das Soziale wichtiger gewesen als das Streben nach materiellem Reichtum. „Das Beste an der DDR war, dass das Geld nichts wert war“, beschrieb Pelzl das mit einem Satz. „Deshalb konnte man sich mit Geld nicht alles kaufen. Was nutzte es denn dem DDR-Bürger, dass er 30.000 Mark auf dem Konto hatte, wenn er zehn Jahre auf sein Auto warten musste?“

    Umbruch und Folgen

    In der DDR habe oft jeder jedem geholfen, „wenn er konnte und nicht selber Egoist war“, blickte Pelzl zurück. „Das spürt man heute noch in Ostdeutschland.“ Vieles taue jetzt erst auf, weil der Umbruch 1989/90 viele DDR-Bürger gezwungen habe, „aus Selbsterhaltung zu Duckmäusern zu werden“. Aus Angst vor Arbeitslosigkeit hätten viele bei dem geschwiegen, was sie in Folge der Einheit erlebten, wenn sie nicht gleich ihre Arbeit verloren.

    Auf den Einwand, dass es Duckmäusertum in der DDR ebenfalls gab, erinnerte Pelzl daran, dass in dem untergegangenen Land selbst jene nach einer Gefängnisstrafe eine Arbeit und eine Wohnung bekamen, auch die, die wegen „Republikflucht“ eingesperrt worden waren. Er habe später solche Menschen kennengelernt, die nach ihrer Haft auch berufliche Karriere in der DDR machen konnten. „Solche aus heutiger Sicht skurrilen Entwicklungen hat es gegeben.“

    „Im September 1989 war uns klar: Das wird nichts mehr“, sagte der Ex-MfS-Chemiker im Rückblick auf die Zeit vor 30 Jahren.

    „Wir wussten: Wir müssen jetzt alles dafür tun, dass wir unserer Verantwortung denen gegenüber gerecht werden, die wir als Kundschafter in andere Länder geschickt haben, dass ihnen nicht durch unsere Dummheit noch mehr Unheil widerfährt. Da haben wir angefangen, uns von allem zu trennen, was auf diese Leute hinweisen könnte.“

    Klarheit im Herbst 1989

    Die innere Struktur des MfS hatte sich im Herbst 1989 schon als untauglich erwiesen, nannte er eine der Ursachen und Gründe. Es habe eine „Rette sich wer kann“-Stimmung innerhalb des Ministeriums gegeben. „Es gab keine geradlinige Führung mehr.“

    Er und seine Mitarbeiter hätten genau gewusst, wie sie das, was sie entwickelt und geschaffen hatten, auch wieder beseitigen konnten. „Wir hatten auch die technischen Möglichkeiten, alles zu vernichten. Wir haben das überlegt und planmäßig gemacht.“ In seinem Buch schreibt er, dass zu dem Zeitpunkt, als 1990 noch von der Regierung unter Hans Modrow angeordnet wurde, im MfS alle Vernichtungsarbeiten einzustellen, seine Abteilung damit bereits fertig war. Sie hätten dabei selbst ihre Mitschriften aus den SED-Parteiversammlungen mit vernichtet. „Es gab da nichts mehr.“

    Wäre damit ein halbes Jahr früher begonnen worden, wären von den Akten des MfS nichts mehr geblieben, sei er sich vor 30 Jahren sicher gewesen. Heute sieht er das nicht mehr als eine gute Idee an: „Die Wahrheit steckt immer noch in den Akten drin. Es ist bloß die Frage, wer die Akten hat und wie er diese benutzt. Irgendwann kommen die Akten aus dem Keller und dann müssen spätere Generationen damit leben und daraus ihre eigenen Schlüsse ziehen.“

    Kein Verständnis für Verräter

    Er sei damals deshalb innerlich beruhigt und zufrieden gewesen, gestand Pelzl im Gespräch ein. „Dass dann die Zeit der Verräter gekommen war, das hat mich nicht mehr so sehr überrascht.“ Überrascht habe ihn nur, dass solche aus dem MfS zum Verräter wurden, von denen das eigentlich nicht zu erwarten war. Dazu hätten einige der immer „Hundertprozentigen“ gehört, die wie „Maueröffner“ Günter Schabowski zuvor jeden auf die Galeere geschickt hätten, der eigene, abweichende Gedanken hatte“.

    Er selbst habe für die Verräter keinerlei Verständnis, weil sie das Leben zahlreicher Mitarbeiter des MfS gefährdeten, die für die DDR im Ausland im Einsatz waren. Pelzl sieht in dem Zusammenhang bis heute kritisch, wie sich die neue SED- und DDR-Führung ab Herbst 1989 gegenüber dem MfS verhielt. Auch Honecker-Nachfolger Egon Krenz habe sich damals nicht klar gegenüber jenen verhalten, die als „Kundschafter des Friedens“ im Ausland eingesetzt waren. Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass die neue SED-Führung das MfS vom „Schild und Schwert der Partei“ zum „Sündenbock“ machte, um die eigene Partei aus der politischen Schusslinie zu nehmen.

    Zu einer differenzierten Sicht auch auf das MfS gehöre, dass er und andere einstige Mitarbeiter sich dafür einsetzten, in der DDR manches zu verbessern. Das werde ihnen aber heute nicht geglaubt oder gar positiv angerechnet. Das Denunziantentum, das bis heute wirke, sei auch ein Erbe der Sowjetunion, meint Pelzl. Er erinnerte in dem Zusammenhang an die Stalinschen Repressalien in den späten 1930er Jahren, wo sich die Opfer sogar noch selbst als „Volksfeinde“ denunzierten und anzeigten.

    Der Ex-MfS-Experte widersprach dem Hinweis, dass Denunziantentum als deutsche Eigenschaft gilt und nur in der DDR wirkte: „Wir waren Ziehkinder der Sowjetunion. Die politische Führung war ganz eindeutig ein Ziehkind der Sowjetunion.“ Der Jugend sei entgegen der offiziellen Propaganda in der DDR nur wenig und manchmal auch kein Vertrauen entgegengebracht worden, kritisiert Pelzl rückblickend. „Vieles davon haben wir geerbt und vieles geht auf unsere eigene Kappe“, nannte er eines der Ergebnisse seiner Beschäftigung mit der Geschichte.

    Ausweise für Volkskammer 1990

    Während des politischen Umbruchs konnte die „Abteilung 35“ erst einmal weiterarbeiten, wie ihr letzter Leiter berichtete. Schließlich habe er auch Bürgerrechtler in die Abteilung eingeladen, damit sie sich selber ein Bild von dem Unbekannten Stasi-Objekt machen konnten. Zu den Aufträgen im Jahr 1990 hätten auch die Ausweise für die Abgeordneten der ersten freigewählten Volkskammer gehört. Das hätten aber selbst die Parlamentarier damals nicht erfahren. „Wir schwebten gewissermaßen in der Luft“, beschrieb Pelzl die Situation im letzten Jahr der DDR. Frühzeitig sei ihm klar gewesen, dass die Ideen von einem Verfassungsschutz und einem Auslandsnachrichtendienst der Noch-DDR ohne reale Grundlage waren.

    „Als wir merkten, es kümmert sich niemand mehr um uns, obwohl es das Ministerium noch gab, habe ich im Büro des neuen DDR-Innenministers Peter-Michael Diestel angerufen: ‚Entweder Ihr tut etwas für uns oder morgen rennen die Kinder in Hohenschönhausen mit gefälschten Schweizer Pässen herum, denn wir gehen nach Hause.‘“

    Daraufhin sei seine Abteilung in das Innenministerium der noch bestehenden DDR übernommen worden und habe verschiedene Aufträge ausgeführt, vom sogenannten Knastgeld bis hin zu Plakaten.

    Nie wieder Krieg!

    In seinem Buch beschreibt Pelzl, wie es nach dem 3. Oktober 1990 für ihn weiterging, welchen Weg er dann nahm. Für ihn gilt bis heute „Nie wieder Krieg!“, erklärte er im Gespräch: „Das ist heute eine Kernfrage unserer gesamten Existenz.“ Er sei innerlich erschüttert, wie die Menschen für oder gegen alles Mögliche auf der Straße demonstrieren, aber nicht mehr gegen den Krieg.

    „Fast alle Kriege werden klaglos hingenommen. Es gibt in dem Sinn keine Friedensbewegung mehr, wo es eigentlich um unsere Existenz geht.“

    © Sputnik / Tilo Gräser
    Dr. Günter Pelzl heute
    Es gelte anscheinend das Prinzip: „Lieber 1.000 Demonstrationen mit jeweils fünf Teilnehmern als eine mit 5.000 Teilnehmern.“ Dabei sei doch der Frieden das alle Menschen Verbindende, hob Pelzl hervor. „Ohne Frieden ist alles nichts“, wiederholte er im Gespräch das Motiv, das ihn Zeit seines Lebens antrieb.

    Günter Pelzl: „Der Fälscher – Als Forscher im Operativ-Technischen Sektor des MfS. Autobiografie
    Verlag Edition Berolina, 2020. 526 Seiten; ISBN 978-3-9584-1114-2

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    Tags:
    Wiedervereinigung Deutschlands in 1989, Kundschafter des Friedens, Krieg, Geheimdienst, Kalter Krieg, Spion, Agent, Geschichte, Fälschung, BRD, Staatssicherheit, DDR