01:22 01 Dezember 2020
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    Eine neue effiziente Methode zur Diagnostizierung und Behandlung des Vorkrebs-Zustandes der Gebärmutter haben Experten der Nationalen Nuklearen Forschungsuniversität MEPhI und der Moskauer Staatlichen Medizinischen Universität „Iwan Setschenow“ entwickelt.

    Die Wissenschaftler behaupten, die Effizienz dieser Behandlung sei bei allen Patientinnen bestätigt worden, die sich an dem Forschungsprojekt beteiligt hätten. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin „Laser Physics Letters“ veröffentlicht.

    Die Gebärmutterkrebs-Behandlung ist und bleibt eines der wichtigsten Probleme der onkologischen Gynäkologie, denn die aktuellen Methoden zur Diagnostizierung der Erkrankung sehen meistens einen chirurgischen Eingriff vor. In einigen Fällen kann beispielsweise eine Biopsieentnahme von unerwünschten Erscheinungen begleitet werden und zu gefährlichen Folgen (beispielsweise zur Uterusblutung) führen, betonten die Forscher.

    Die von den Experten der MEPhI- und der „Setschenow“-Universität entdeckten Methoden zur Fluoreszenz-Diagnostizierung ermöglichen, Informationen über den  Zustand von Geweben zu erhalten, ohne die biologischen Prozesse innerhalb von ihnen zu beeinträchtigen.

    Bei der Fluoreszenz-Diagnostizierung und der photodynamischen Therapie wird in das Blut eines Patienten ein Photosensibilisator (sprich ein fotosensibler Stoff) eingeführt. Geschwulst-Zellen können solche Stoffe in viel größeren Mengen im Vergleich zu gesunden Zellen aufnehmen. Nach einer gewissen Zeit, wenn der größte Teil des Photosensibilisators die normalen Zellen verlassen hat, verbleibt er nur noch in den Krebszellen, und dann wird die Geschwulst mit Laser bestrahlt, wobei die Laserwellen eine ganz bestimmte Länge haben.

    „Ein Chlorin-Photosensibilisator saugt die Strahlung auf und produziert einen aktiven Sauerstoff, der naheliegende Krebszellen zerstört und Blutgefäße beschädigen kann – und dadurch wird die Versorgung der Krebszellen mit Nährstoffen unterbrochen“, sagte die Doktorandin des Instituts für Laser- und Plasmatechnologien bei der MEPhI, Polina Alexejewa. „Die Leuchtwirkung, die bei der Lasereinwirkung des Photosensibilisators entsteht, wird ihrerseits mit Spektral- und Video-Fluoreszenzmethoden registriert und ermöglicht, die Grenzen der Geschwulst genau festzustellen.“

    Darüber hinaus erläuterte die Expertin, dass die Spektral-Fluoreszenz-Diagnostizierung von Geschwülsten im Gebärmutterhals es ermögliche, die photodynamische Therapie in allen ihren Phasen zu kontrollieren.

    Im Rahmen der klinischen Forschung, an der die Wissenschaftler gemeinsam mit Chirurgen teilnahmen, wurden alle Patientinnen, bei denen zervikale intraepitheliale Neoplasie entdeckt worden war, erfolgreich behandelt.

    „An der Forschung beteiligten sich zehn Patientinnen mit der morphologisch bestätigten Diagnose ‚Leukoplakie‘ und ‚ zervikale intraepitheliale Neoplasie‘. Das Forschungsprotokoll wurde vom Lokalen Komitee für Ethik des Instituts für Cluster-Onkologie ‚Lew Lewschin‘ gebilligt“, teilte der Forschungsleiter und MEPhI-Professor für Biomedizin, Viktor Loschtschenow, mit.

    Nach seinen Worten wurde bei allen Patientinnen nach drei Monaten Behandlung die vollständige Regression der pathologischen Gewebe festgestellt. Zudem wurde im Laufe der Studie bestätigt, dass diese Methode wesentlich zur Vernichtung des Papillomvirus beiträgt, so dass die normale physiologische Struktur der Gebärmutter aufrechterhalten wird, was besonders wichtig für Frauen ist, die künftig schwanger werden wollen.

    Die MEPhI-Experten wollen demnächst die Methode der photodynamischen Therapie weiter vervollkommnen, um die Behandlungsstrategie rechtzeitig korrigieren zu können, damit die Patientinnen weder zu stark noch zu wenig bestrahlt werden, was zu Rückschlägen bei der Krankheit führen könnte.

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    Tags:
    Behandlung, Krebs, Nationale Universität für Nuklearforschung (MEPhi)