23:29 18 September 2020
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    Das bionische Auge aus Australien besteht aus einer Brille, einem Prozessor und Chips, die direkt ins Gehirn implantiert werden. Das Versprechen der Technologie: blinde Menschen wieder sehend machen. An Schafen wurden die Chips bereits getestet, jetzt ist das Gerät auch für die klinische Studie an Menschen bereit.

    Im Kampf gegen Blindheit ist die Implantation von Netzhaut-Chips ein prominenter Ansatz, damit die optischen Signale von einer Kamera über diesen Chip direkt an die Netzhaut weitergeleitet werden. Aber bei vielen klinisch Blinden sind die optischen Nerven beschädigt, die die Signale von der Netzhaut empfangen und in das Gehirn übertragen. Diesen Menschen nutzen die Netzhaut-Chips deswegen nicht.

    Direkt am Hirn ansetzen

    Eine Lösung für dieses Problemen haben Forscher der australischen Monash University entwickelt. Sie besteht aus einem Helm mit Kamera, einem drahtlosen Transmitter, einem visuellen Prozessor mit entsprechender Software und einem Satz aus kleinen Chips, die in das Gehirn implantiert werden. Einer aktuellen Pressemitteilung zufolge wollen die Forscher die Technologie in einer klinischen Studie an Menschen erproben.

    Die Funktionsweise des Geräts: Die Kamera zeichnet die Außenwelt auf, diese Daten werden an den etwa smartphonegroßen Prozessor übertragen, in dem die wichtigsten Informationen herausgefiltert werden. Die vorsortierten Daten werden dann drahtlos in komplexe Schaltkreise in den implantierten Chips übertragen. Diese übersetzen sie in elektrische Impulse, die über ultradünne Elektroden direkt in den visuellen Cortex übertragen werden. Und das ergibt ein Bild.

    Auflösung wird zunächst gering sein

    Dieses Bild dürfte bislang aber noch sehr minimalistisch ausfallen: „Unser Design erzeugt visuelle Muster aus Kombinationen von bis zu 172 Lichtpunkten. Das gibt dem Individuum die nötige Information zur Hand, um sich in Gebäuden und im Freien zu bewegen und Menschen und Objekte in ihrem Umfeld zu erkennen“, teilt Arthur Lowery vom Forscherteam mit.

    An Schafen schon getestet

    In einer präklinischen Studie an drei Schafen wurden die Implantate bereits für bis zu neun Monaten eingesetzt und dabei den Forschern zufolge keine negative Auswirkung auf die Gesundheit festgestellt. Neben der Behandlung von Blindheit versprechen sich die Forscher vom australischen Implantat auch eine Behandlung von Lähmungen von Gliedmaßen.

    Die Technologie wurde in zehnjähriger Arbeit im Rahmen des „Cortical Frontiers“-Projekts (Anm. d.Red. zu Deutsch etwa: Grenzen der Gehirnrinde) der Monash University entwickelt. Für die Herstellung der Implantate für die klinische Studie benötigen die Forscher derzeit weitere Fördergelder.

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    Tags:
    Technik, Chips, Augen, Blindheit