07:53 23 Oktober 2020
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    Das Fachjournal „Lancet“ hat die Stellungnahme russischer Wissenschaftler nach Fragen ihrer internationalen Kollegen zum Sputnik-V-Impfstoff publik gemacht.

    Zum ersten Mal verweist das Blatt auf einen Interessenkonflikt zwischen einem Studienautor und einem Anreger kritischer Überprüfung des russischen Impfstoffs.

    „'The Lancet' hat einen Brief-Austausch zu dieser Studie veröffentlicht (zur Veröffentlichung von Sputnik V - Anm. d. Red.). Beide Texte sind auf unserer Website zu finden“, sagte die Sprecherin des Journals.

    In dem von mehreren ausländischen Wissenschaftlern unterzeichneten Schreiben werden russische Forscher aufgefordert, zusätzliche Informationen zum Impfstoff zu liefern.

    „Obwohl die Ergebnisse der Studie potenziell von Bedeutung sind, haben wir mehrere Bedenken, die wir aufgrund der beschleunigten Verbreitung des Impfstoffs in der Bevölkerung in einem offenen Brief beschrieben haben, den wir und einige unserer Kollegen, die unsere Bedenken teilen, unterzeichnet haben“, heißt es in dem Brief.

    Russische Wissenschaftler schrieben in ihrer Antwort:

    „Wir möchten betonen, dass alle präsentierten Informationen im Ergebnis von Experimenten erhalten und sorgfältig geprüft wurden.“

    Zuvor hatte der stellvertretende Direktor für wissenschaftliche Arbeit des Gamaleya-Zentrums, Denis Logunow, erklärt, dass die Daten, die während der Untersuchung des Sputnik V-Impfstoffs erhalten wurden, einer gründlichen Prüfung der Gutachter des Lancet-Journals unterzogen worden seien.

    Anfang September veröffentlichte „Lancet“ die Ergebnisse von zwei Phasen klinischer Studien mit dem russischen Impfstoff gegen COVID-19 „Sputnik V“. 

    Mehrere Wissenschaftler veröffentlichten daraufhin auf der italienischen Website Cattivi Scienziati, die sich auf die Aufdeckung pseudowissenschaftlicher Forschung spezialisiert, einen offenen Brief. Darin brachten sie ihre Zweifel an den Daten zum russischen Impfstoff zum Ausdruck.

    Den Brief an die Studienautoren verfassten die Forscher um den Italiener Enrico Bucci, der das Unternehmen namens Resis Srl leitet. Dieses spezialisiert sich unter anderem auf der Überprüfung der zur Veröffentlichung bestimmten Daten. Viele von Buccis Publikationen enthalten Informationen über einen möglichen Interessenkonflikt im Zusammenhang mit seiner kommerziellen Tätigkeit. Die ursprüngliche Version des offenen Briefes von Bucci und anderen Experten an die Entwickler von „Sputnik V“ enthielt keine Informationen über einen Interessenkonflikt, thematisiert wurde dies erst in einer offiziellen Anfrage an „The Lancet“.

    jeg/mt/sna

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    Tags:
    Fachjournal The Lancet, Corona-Impfstoff