06:04 22 Oktober 2020
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    In London sollen Menschen für Impfstoff-Tests absichtlich mit Sars-CoV-2 infiziert werden. Gesunde Freiwillige sollen dabei im neuen Jahr unter kontrollierten Bedingungen dem Virus ausgesetzt werden, nachdem sie einige Wochen zuvor einen potenziellen Impfstoff verabreicht bekommen haben, schreibt die „Financial Times“ mit Verweis auf Beteiligte.

    „Human Challenge Trials“ sind unter Wissenschaftlern allerdings umstritten. Einige betonen den großen Nutzen solcher Studien für eine ganze Gesellschaft. Andere hingegen äußern ethische Bedenken und verweisen auf enorme gesundheitliche Risiken, die die Infektion mit einem in vieler Hinsicht noch unerforschten Krankheitserreger wie Sars-CoV-2 nach sich ziehen könnte.

    Das federführend von dem Londoner Imperial College geleitete Projekt soll in der kommenden Woche präsentiert und im Januar in Angriff genommen werden. Dem Bericht zufolge handelt es sich dabei um die ersten Versuche dieser Art weltweit. Über die US-amerikanische Organisation 1DaySooner, die solche sogenannten Challenge-Studien am Menschen entschieden unterstützt, sollen sich bereits rund 2000 Freiwillige angemeldet haben. Bislang waren Pläne für solche Tests vor allem theoretischer Natur.

    Etliche potenzielle Impfstoffe gegen das Coronavirus werden weltweit bereits getestet. Einige zukunftsträchtige Impfstoffe befinden sich bereits in der Testphase III, in der überprüft wird, ob das betreffende Mittel nicht nur verträglich, sondern auch tatsächlich wirksam ist.

    ls/mt/dpa

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    Financial Times, Großbritannien