05:53 22 Oktober 2020
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    Die Corona-Impfstoffe, die neue Plattformen wie die Affen-Adenovirus-Vektorplattform oder die mRNA-Plattform verwenden, sollen auf mögliche Langzeiteffekte untersucht werden, selbst wenn sie Phase-3-Studien bestehen. Dies teilte Sergej Zarenko, der stellvertretende Chefarzt für Anästhesiologie und Reanimation im Moskauer Krankenhaus Nr. 52, mit.

    „Wir glauben, dass Impfstoffe, die auf neuen Plattformen basieren, auf fehlende Langzeitfolgen überprüft werden müssen, selbst wenn sie Phase-3-Studien bestanden haben“, sagte Zarenko, als die US Food and Drug Administration (FDA) ihre Studien zur Sicherheit des Corona-Impfstoffes von AstraZeneca erweiterte.

    Der Professor wies auch auf die Risiken hin, die mit dieser Impfstoffentwicklungsmethode zu tun hätten und auf den jüngsten Vorfällen beruhen.

    „Die jährliche Inzidenz der transversalen Myelitis liegt zwischen 1,34 und 4,60 Fällen pro Million. Die Wahrscheinlichkeit, dass in der AstraZeneca-Studie zwei Fälle von transversaler Myelitis aufgetreten sind, was angeblich auch passiert ist, liegt unter eins von 22.000 (0,0049 Prozent)“, betonte Zarenko.

    Dabei sagte der Moskauer Arzt, dass der russische Corona-Impfstoff „Sputnik V” auf der bewährten Plattform des humanen Adenovirus entwickelt worden sei.

    Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eigene Quellen berichtet, die US-Behörde FDA habe ihre Untersuchung zu möglichen Nebenwirkungen des Impfstoffs ausgeweitet, nachdem die britischen Studien Anfang September eingestellt worden waren, weil ein Teilnehmer neurologische Syndrome aufgewiesen hatte. Später war ein anderer Freiwilliger an transversaler Myelitis, einer neurologischen Störung, die durch die Entzündung eines Teils des Rückenmarks verursacht wird, erkrankt.

    Impfstoff von AstraZeneca

    Der vom Pharmakonzern AstraZeneca entwickelte Corona-Impfstoff, der einen Schimpansen-Adenovirus-basierten Vektor verwendet, wird in Zusammenarbeit mit dem Jenner Institute der Universität Oxford und der Oxford Vaccine Group entwickelt und befindet sich derzeit in Phase-3-Studien. Dies ist die letzte Phase, bevor die Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten an die Gesundheitsbehörden zur Genehmigung eingereicht werden können.

    ac/mt

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    Tags:
    Sputnik-V, Plattform, Impfstoff, Nebenwirkungen, Studie, AstraZenica, Corona-Impfstoff