06:05 27 Oktober 2020
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    Nach Angaben der Arzneimittelagentur der EU (EMA) wird der zur Behandlung schwerer Covid-19-Verläufe auch in Europa eingesetzte Wirkstoff Remdesivir nun wegen möglicher Nierenkomplikationen genauer unter die Lupe genommen.

    Demnach habe man ein Sicherheits-Prüfverfahren für das Medikament Veklury gestartet, welches auf Remdesivir basiert. Bei einigen Patienten sollen nach Angaben der Behörde akute Nierenprobleme aufgetreten sein.

    Auch der US-Präsident Donald Trump nimmt nach Angaben seines Leibarztes Sean Conley Remdesivir ein. Nach dem Bekanntwerden seiner Corona-Ansteckung hält sich der US-Staatschef derzeit vorsorglich im Militärkrankenhaus Walter Reed bei Washington auf. Wie es vonseiten des Weißen Hauses hieß, habe Trump nur leichte Symptome.

    Die Arznei hat in der EU seit Juli eine bedingte Zulassung für die Therapie von Erwachsenen und Jugendlichen, die an einer Lungenentzündung infolge einer Corona-Infektion leiden. Mögliche Nebenwirkungen sollen dabei weiter beobachtet werden.

    Die EMA hatte eine mögliche Giftigkeit von Veklury in Bezug auf die Nieren schon als „wichtiges potenzielles Risiko“ eingestuft. Nun läuft eine verstärkte Überwachung zur Sicherheit des Medikaments.

    Ob es einen direkten Zusammenhang zwischen den gemeldeten Nierenschäden und der Einnahme von Veklury gebe, sei bisher jedoch nicht geklärt, so die Behörde. Andere Faktoren wie etwa Diabetes oder auch eine unmittelbare Wirkung des neuen Coronavirus auf die Funktion der Nieren könnten bis auf weiteres nicht ausgeschlossen werden. Bis genaue Ergebnisse vorliegen, habe die Empfehlung, das Remdesivir-Präparat bei Covid-Therapieversuchen einzusetzen, Bestand.

    Remdesivir

    Das Mittel der US-Pharmafirma „Gilead Sciences“ wurde ursprünglich zur Behandlung der Viruserkrankung Ebola entwickelt, aber nie für diesen Einsatz zugelassen. Seit Februar 2020 ist das Arzneimittel in der klinischen Erprobung zur Behandlung der durch das SARS-CoV-2 Virus ausgelösten Erkrankung COVID-19. In den USA, Japan und in der EU bestehen inzwischen Sonderzulassungen für das Präparat.

    Tatsächlich zeigt bis heute nur eine einzige Studie die mögliche Wirksamkeit des Medikaments. Im Mai präsentierte ein internationales Team erste positive Ergebnisse im „New England Journal of Medicine“ (NEJM). Rund die Hälfte der 1.063 Probanden bekam Remdesivir. Die andere Hälfte kam in die Kontrollgruppe. Der Studie zufolge soll das Mittel die Beatmungszeit in Intensivbetten von 15 auf elf Tage verkürzen. Als Nebenwirkung können aber massive Leberschäden auftreten.

    ac/mt/dpa/sna

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    Tags:
    Untersuchung, Schäden, Remdesivir, Behörden, Arznei, EU