04:32 29 Oktober 2020
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    Die Erde ist zwar bislang der erste bekannte Planet mit Leben, aber die günstigsten Bedingungen für Leben hat er deswegen nicht. Astronomen sind in einer Studie auf 24 extrasolare Planeten gestoßen, die unseren Heimatplaneten in Sachen Lebensfreundlichkeit in den Schatten stellen könnten.

    Nur weil die Erde Leben trägt, muss sie nicht auch gleich der lebensfreundlichste Planet sein und nur weil die Sonne dieses Leben mit ihren Strahlen befeuert, muss sie nicht der fruchtbarste Stern sein. Tatsächlich könnten zwei Dutzend neu entdeckter Exoplaneten und die Sterne, die sie umkreisen, noch lebensfreundlichere Bedingungen bieten, als der Heimatplanet der Menschheit. Darauf deutet zumindest die Forschung einer Wissenschaftlergruppe
    unter Leitung des Geobiologen Dirk Schulze-Makuch von der Washington State University (WSU) hin.

    Bislang ging man davon aus, dass nur eine Reihe der bisher entdeckten etwa 4000 Exoplaneten „lebensfähig“ sei, wobei lebensfähig lediglich dafür steht, dass auf einem Gesteinsplanet die Temperaturen so beschaffen sind, dass flüssiges Wasser existiert, das weder an der Oberfläche völlig zufriert, noch unter andauernder Hitze komplett verdampft.

    Für die Studie schlossen sich Schulze-Makuch, der Astronom René Heller vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung und Edward Guinan von der Villanova University zusammen. Sie beabsichtigten Kriterien für eine „Superbewohnbarkeit“ von Exoplaneten unter den bislang bekannten Himmelskörpern zu ermitteln. Solche Bedingungen also, die für die Entstehung von Leben deutlich günstiger sind als in unserem Sonnensystem und auf der Erde.

    Langlebige Sterne erhöhen Lebenswahrscheinlichkeit

    Zuerst sonderten die Forscher aus Daten des Kepler-Teleskops potentiell erdähnliche Planeten heraus, die sich in der Lebenszone um ihren Stern bewegen, in der flüssiges Wasser möglich ist. Ferner nahmen sie längerlebige Sterne als die Sonne näher unter die Lupe. Denn die optimale Bildungsdauer für Leben wird mit fünf bis acht Milliarden Jahren veranschlagt und die Sonne verfügt über eine Lebenszeit von nur 10 Milliarden Jahren. Kühlere Sterne vom G-Typ, zu denen unsere Sonne gehört, brennen dagegen deutlich länger. Sterne des K-Typs bringen sogar 20 bis 70 Milliarden Jahre mit. Die Suche wurde entsprechend auf Planeten, die solche Sterne umkreisen verengt.

    Mehr Masse, Wärme und Wasser

    Die Masse des Planeten spielt für die Bewohnbarkeit auch eine Rolle, nicht nur wegen der größeren Landfläche, auf der sich Leben entwickeln kann. Ein anderthalbmal so schwerer Planet wie die Erde wird länger über einen warmen Kern verfügen und eine stärkere Anziehungskraft ausüben, die für die Bildung einer Atmosphäre wichtig ist.

    Wasser wird als Schlüsselmolekül für Leben angesehen und aus Sicht der Autoren wären mehr Feuchtigkeit und Wolken der Lebensbildung zuträglich. Das Gleiche gilt für die Oberflächentemperatur, die mit fünf Grad Celsius über der Erdtemperatur, insbesondere mit der erhöhten Feuchtigkeit, lebensfreundlicher wäre.

    Mit diesen Suchkriterien stießen die Forscher schließlich auf 24 Kandidaten. Keiner dieser Kandidaten erfüllte zwar alle Kriterien, aber bei einem fehlte nur ein Kriterium, womit er möglicherweise einen deutlich besseren Entstehungsort für Leben abgeben würde als die Erde.

    Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Astrobiology" veröffentlicht.

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    Tags:
    Exoplaneten, Planeten, Extraterrestrisches Leben, Weltall, Astrophysik